Kapitel 0

0. Executive Summary

Lusini Online-Marketing Audit — Zusammenfassung

Unternehmen: Lusini (E.M. Group / Futureshop) — B2B E-Commerce für Gastronomie- und Hotelbedarf Märkte: 17+ europäische Länder (Hauptmärkte: DE, FR, IT, CH, AT, SE, NO, DK) Analysezeitraum: April 2025 – März 2026 (12 Monate) Datenquellen: Google Search Console, Google Analytics 4, Google Ads, Econda Analytics (inkl. PMK-Export Q1 2026) Nicht verfügbar: Microsoft/Bing Ads, Meta Ads (FB/IG), Criteo — zusammen ca. €4M Revenue ohne Spend-Daten Hinweis Econda: Erste Januar-Woche 2026 unvollständig (Bug), Last-Non-Direct-Attribution erst ab 22.01.2026 aktiv


Eckdaten

Metrik Wert
GA4 Sessions (Apr–Dez 2025) 7.646.536
GA4 Revenue (Apr–Dez 2025) €52.592.180
Google Ads Spend (Jan 2024 – Mär 2026) €28.151.424
GSC Organic Clicks (12 Monate) 1.500.716
Econda Bestellungen (Q1 2026) 88.381
Econda Umsatz (Q1 2026) €21.596.570
Econda Google Ads Revenue (Q1 2026, PMK) €10.217.266
Econda-basierter Google Ads ROAS ~3,3x
Aktive Märkte (Google Ads) 17+
Ø AOV €240–280

Kanal-Scorecard

Kanal Traffic Engagement Conversion Revenue Benchmark Gesamt
SEO GUT GUT GUT KRITISCH KRITISCH WARNUNG
SEA GUT GUT WARNUNG GUT WARNUNG WARNUNG
Email GUT GUT GUT GUT GUT GUT
Social GUT WARNUNG KRITISCH KRITISCH WARNUNG WARNUNG
On-Site/Funnel GUT WARNUNG WARNUNG WARNUNG

Kritische Befunde

1. Google Ads meldet 8x mehr Umsatz als tatsächlich stattfindet KRITISCH

Was ist das Problem? Google Ads behauptet, dass jeder investierte Euro 28,40€ Umsatz zurückbringt (ROAS 28,4x). Das wäre ein Traumwert — ist aber falsch. Die echte Rendite liegt bei ca. 3,3x (jeder Euro bringt 3,30€ zurück). Der Vergleich stellt Google Ads (Gesamtzeitraum, 27 Monate) dem Econda/PMK-Wert (Q1 2026, 3 Monate) gegenüber — der exakte Faktor kann saisonal schwanken, die Größenordnung der Überhöhung ist eindeutig.

Wie haben wir das herausgefunden? Jede Anzeigengruppe in Google Ads trägt einen sogenannten PMK-Code (z.B. DEGOSA-251208-088). Derselbe Code wird in Econda erfasst, wenn ein Besucher über diese Anzeige in den Shop kommt und kauft. So können wir den tatsächlichen Umsatz pro Anzeige in Econda messen — unabhängig von Googles eigener Zählung.

Warum zählt Google so viel mehr? 1. „Ghost"-Kampagnen (größter Faktor): 11 Kampagnen, die längst pausiert sind und keinen Cent mehr kosten, sammeln weiter Conversion-Wert an — insgesamt €600M, rund 75% des gesamten gemeldeten Umsatzes. Der wahrscheinlichste Mechanismus: Google schreibt ihnen Käufe über View-Through-Attribution oder historische Klickfenster zu. Der genaue Attributionspfad muss noch im Google Ads Interface auf Kampagnenebene verifiziert werden — die €600M sind Fakt (sichtbar im Reporting), der Mechanismus dahinter ist die plausibelste Erklärung. 2. Brand-Überschätzung: Wenn jemand „Lusini" googelt und auf die Anzeige klickt statt auf das organische Ergebnis direkt darunter, schreibt Google den gesamten Kauf der Anzeige zu. In Wahrheit hätte der Kunde auch ohne Anzeige gekauft. Brand-Kampagnen zeigen deshalb absurde ROAS-Werte von 101x bis 1.170x. 3. Unterschiedliche Zählweise (normal, kein Fehler): Google verteilt einen Kauf anteilig auf alle Touchpoints der Customer Journey (Data-Driven Attribution). Econda zählt den Kauf nur einmal — beim letzten Marketing-Kontakt vor dem Kauf (Last-Non-Direct). Dieser Unterschied erklärt einen Faktor von ca. 1,8x und ist branchenüblich.

Was bedeutet das konkret? Das Conversion-Tracking an sich ist nicht kaputt — der Google-Ads-Tag feuert korrekt. Aber wer die Zahlen direkt aus Google Ads für Budget-Entscheidungen nutzt, überschätzt die Wirkung der Werbung massiv. Econda mit PMK-Zuordnung ist die verlässlichere Quelle.

2. Der Umsatz pro Besucher sinkt — aber das ist (größtenteils) gewollt WARNUNG

Was zeigen die Zahlen? Die Besucherzahlen stiegen um +38,9% gegenüber dem Vorjahr, der Umsatz aber nur um +9,4%. Pro Besucher wird also weniger umgesetzt: €6,88 statt €8,74 (−21,3%).

Warum ist das kein Alarmsignal? Der Rückgang entsteht nicht, weil Kunden weniger kaufen, sondern weil sich der Traffic-Mix verändert hat. Lusini hat stark in Google Shopping skaliert (+70% mehr Besucher). Shopping-Besucher bringen naturgemäß weniger Umsatz pro Besuch (€3,81) als z.B. Paid-Search-Besucher (€11,07) — sie vergleichen mehr, kaufen kleinere Warenkörbe und kommen öfter zurück. Das ist eine bewusste Wachstumsstrategie, kein Problem.

Kanäle mit hoher Effizienz wachsen weiter gesund: Organic Search (+30,5% Umsatz), Email (+28,3%).

Wo liegt dann das echte Problem? Bei Paid Search: +44,7% mehr Besucher, aber −4,1% weniger Umsatz. Hier werden offenbar zunehmend Keywords gebucht, die Traffic bringen, aber nicht konvertieren. Außerdem sinkt der Direct-Umsatz um −12% — möglicherweise werden Bestandskunden zunehmend über Paid-Kanäle re-attribuiert statt direkt zu kaufen.

3. Zwei Drittel des Traffics sind bezahlt — das macht verwundbar KRITISCH

Was ist das Problem? 64,3% aller Shop-Besucher kommen über bezahlte Kanäle (Google Ads, Shopping, Social Ads, Display). Der Branchendurchschnitt liegt bei 40–50%. Gleichzeitig macht organische Suche (kostenloser Google-Traffic) nur 15,1% aus — üblich wären 25–35%.

Warum ist das kritisch? Bezahlter Traffic ist wie eine Miete: Sobald das Budget sinkt, bricht der Traffic ein. Wenn Google die Klickpreise erhöht (was regelmäßig passiert), steigen die Kosten automatisch. Ein Unternehmen mit starker organischer Präsenz hat einen Puffer — Lusini hat diesen Puffer kaum.

4. €1,2–1,4M werden für Anzeigen auf den eigenen Markennamen ausgegeben KRITISCH

Was passiert hier? Lusini schaltet 37 Kampagnen für Suchbegriffe wie „lusini", „lusini.com", „lusini gastro". Dafür werden ca. €2M pro Jahr ausgegeben. Diese Anzeigen erscheinen über dem organischen Suchergebnis, das ohnehin auf Platz 1 steht.

Warum ist das ein Problem? Wer „lusini" googelt, kennt die Marke bereits und würde mit hoher Wahrscheinlichkeit auch auf das organische Ergebnis klicken. Allerdings bieten auch Wettbewerber (GGM Gastro, Metro, Amazon Business) auf Lusini-Markenbegriffe — ein komplettes Abschalten würde Klicks an Wettbewerber abgeben. Realistisch sind 30–40% des Brand-Spends einsparbar: €400K–800K pro Jahr. Der genaue Wert muss per A/B-Test (Brand-Ads in einem Markt pausieren) ermittelt werden.

Brand-Bidding bleibt teilweise sinnvoll (Wettbewerbsschutz, Sitelinks, Messaging-Kontrolle), aber das aktuelle Volumen ist deutlich zu hoch.

5. SEO (organische Suche) wird kaum genutzt KRITISCH

Was ist SEO? Wenn jemand bei Google z.B. „Gastronomiebedarf kaufen" sucht und Lusini in den unbezahlten Ergebnissen erscheint, ist das organischer Traffic — kostenlos und nachhaltig.

Wo steht Lusini? - Lusini steht bei den meisten generischen Suchanfragen auf Seite 2 oder schlechter (Ø Position 11,3 Mobile, 21,9 Desktop). Die daraus resultierende CTR von 1,06% ist bei diesen Positionen erwartbar — der Benchmark von 2–3% gilt für Seite 1. Das Kernproblem ist fehlende Ranking-Stärke, nicht schlechte Snippets. - 30,6 Millionen Mal im Jahr sehen Nutzer ein Lusini-Ergebnis bei generischen Suchanfragen. Eine Verbesserung der Positionen auf Seite 1 würde +388.000 zusätzliche Besucher/Jahr bringen — kostenlos. - Lusinis Magazin-/Content-Seiten (Ratgeber, Guides) generieren bei 56.000 Besuchern gerade einmal €2.471 Umsatz. Das ist faktisch null Wirkung.

Warum ist das so kritisch? Jeder Euro, der in SEO investiert wird, baut einen dauerhaften Asset auf. Paid Traffic ist sofort weg, wenn das Budget stoppt. Lusini lässt hier das größte langfristige Wachstumspotenzial liegen.

6. Jeder fünfte Kunde mit Zahlungsproblem geht verloren KRITISCH

Was passiert? Wenn eine externe Zahlung im Checkout fehlschlägt, werden Nutzer zurück zur Zahlungsauswahl geleitet. Von den 7.593 Nutzern, die das in Q1 2026 betraf, verließen 1.626 (21,4%) den Shop komplett — ohne es erneut zu versuchen oder eine andere Zahlungsart zu wählen.

Woher stammen die Zahlen? Aus dem Econda-Kaufprozess-Tracking. Econda erfasst jeden Checkout-Schritt als eigene Funnel-Stufe. Die Stufe 4a_Zahlungsoptionen_weil_extern_fehlgeschlagen zählt Nutzer, deren externe Zahlung (PayPal, Kreditkarte, Klarna etc.) gescheitert ist. Die 21,4% Ausstiegsquote ist der Anteil, der danach den Shop verlässt statt eine andere Zahlungsart zu wählen.

Was wir nicht wissen: Econda erfasst nur, dass eine Zahlung scheiterte — nicht welche Zahlungsart und nicht warum (abgelehnte Karte, Timeout, 3D-Secure-Abbruch etc.). Dafür müssen die Payment-Provider-Logs (PSP) analysiert werden.

Was kostet das? 1.626 verlorene Bestellungen × Ø AOV ~€240 = ~€390K in Q1 2026 (brutto ~€1,56M/Jahr). Realistisch sind 40–60% dieser Abbrecher rettbar (fehlende Kartendeckung, bewusste Abbrüche etc. reduzieren das Potenzial) — das entspricht €600K–950K/Jahr tatsächlichem Recovery-Potenzial. Diese Nutzer hatten den gesamten Checkout bereits durchlaufen und waren kaufbereit — sie zu verlieren ist besonders teuer.

7. Klickpreise in Skandinavien sind 8x höher als in DACH KRITISCH

Was ist das Problem? In Schweden und Norwegen zahlt Lusini für Google-Shopping-Klicks im Durchschnitt €6,38 — in Deutschland, Österreich und der Schweiz nur €0,79. Dieser Durchschnitt ist durch extreme Ausreißer (bis zu €2.179/Klick) verzerrt — der Median-CPC dürfte niedriger liegen. Höhere Nordics-CPCs können durch höhere AOVs oder weniger Wettbewerb teilweise gerechtfertigt sein.

Was trotzdem kritisch ist: Die Ausreißer sind nicht durch Marktunterschiede erklärbar: Bei einem AOV von €252 und ~2% Shopping-CR kostet eine Bestellung bei €50/Klick bereits €2.500. Schweden und Norwegen zusammen verbrauchen €15,4M des Google-Ads-Budgets. Ohne CPC-Obergrenzen fließt bei aggressivem Smart Bidding unkontrolliert Geld in Low-Volume-Auktionen.

8. Interner Traffic wird als Marketing-Erfolg gezählt WARNUNG

Was ist das Problem? Bestellungen, die das Lusini-Vertriebsteam über das CRM-System (Microsoft Dynamics) im Shop aufgibt, erscheinen in den Analytics-Daten als „Referral"-Traffic mit €828K Umsatz und €164 pro Session. Ebenso wird das On-Site-Personalisierungs-Tool Nunami (€389K Umsatz) als externer Referral gezählt.

Warum stört das? Diese Bestellungen sind kein Marketing-Ergebnis — es sind interne Vertriebsprozesse bzw. On-Site-Empfehlungen. Sie aufzublähen verzerrt die Bewertung aller Marketing-Kanäle: Der Referral-Kanal sieht besser aus als er ist, und andere Kanäle werden im Vergleich unterschätzt.

9. Econda-Tracking: Datenqualität im Januar 2026 eingeschränkt INFO

Hintergrund Ein früherer Vergleich hatte eine „2,3-fache Diskrepanz" zwischen GA4 und Econda festgestellt. Diese war kein Tracking-Fehler, sondern ein Vergleichsfehler: Die GA4-Daten deckten 9 Monate ab (Apr–Dez 2025), die Econda-Daten nur 3 Monate (Q1 2026). Pro Monat gerechnet liegen beide Systeme eng beieinander (Econda sogar leicht darüber: €7,2M/Mo vs. GA4 €5,8M/Mo, erklärbar durch Wachstum in 2026).

Zwei Einschränkungen bleiben: - Erste Januar-Woche 2026: Ein Bug führte dazu, dass nicht der vollständige Traffic erfasst wurde. Daten aus dieser Woche sind unvollständig. - Kanal-Zuordnung vor dem 22. Januar: Die sogenannte „Last-Non-Direct"-Logik — also die Regel, dass ein Kauf dem letzten Marketing-Kanal zugerechnet wird und nicht als „Direktzugriff" gezählt wird — wurde erst am 22.01.2026 im Shop aktiviert. Vor diesem Datum wurden viele Käufe fälschlicherweise als „Direct" statt als „Google Ads" o.ä. erfasst. Nach Einführung stieg der Google-Ads-Anteil am Umsatz von 39% auf 49% — ein Zeichen, dass die Attribution jetzt korrekt funktioniert.


Nicht analysierte Kanäle (kein Zugriff)

Plattform Revenue (GA4) Sessions (GA4) Fehlend
Microsoft/Bing Ads €3.548.920 150.127 Spend, Keywords, ROAS
Meta Ads (FB + IG) €329.432 224.232 Spend, Audiences, Creatives
Criteo Retargeting €185.579 98.823 Spend, Placements, ROAS
Summe €4.063.931 473.182

Für ca. 6% des Traffics und 8% des Revenues fehlen die Spend-Daten. Die tatsächlichen Werbekosten von Lusini liegen deutlich über den €28M aus Google Ads. Besonders Bing CPC (€23,64 Rev/Session — besser als Google CPC!) verdient eine eigene Analyse.

Top 7 Quick Wins (umsetzbar in 0–30 Tagen)

# Maßnahme Was bringt es? Aufwand
1 Google Ads aufräumen: Die 11 pausierten „Ghost"-Kampagnen löschen und Econda/PMK als maßgebliche Umsatzquelle für Reporting etablieren — nicht die Zahlen aus Google Ads Budget-Entscheidungen basieren auf dem realen ROAS von 3,3x statt dem aufgeblähten 28,4x Gering
2 Zahlungs-Abbrüche auffangen: Bessere Fehlermeldungen bei Payment-Fehlern, proaktiv alternative Zahlungsarten anbieten €600K–950K Recovery/Jahr (bei 40–60% Rettungsquote) Gering
3 Weniger für den eigenen Namen bezahlen: Brand-Kampagnen reduzieren, Markenbegriffe in Performance-Max-Kampagnen ausschließen €400K–800K Einsparung (per A/B-Test validieren — Wettbewerber bieten ebenfalls auf Lusini-Keywords) Gering
4 Display-Anzeigen in AT, SE, HR, IT pausieren: Diese Kampagnen generieren fast keinen Umsatz (ROAS 0,0–0,4x) €58K sofortige Spend-Einsparung Minimal
5 Keyword-Waste sofort stoppen: Portugal Non-Brand pausieren (ROAS 0,99x = Verlustgeschäft), „vega sonnenschirm" pausieren (-€8.685 Verlust), Spanien Non-Brand eingrenzen (CPA €118) €15K+ sofort + ~€50K/Jahr Gering
6 Klickpreis-Obergrenzen für Skandinavien: Ohne Limits zahlt Google bis zu €2.179 für einen einzelnen Shopping-Klick Unkontrollierten Budgetabfluss stoppen Gering
7 Internes Tracking bereinigen: CRM-Bestellungen (Dynamics) und Nunami-Tool als interne Quellen markieren statt als „Referral" Saubere Kanal-Bewertung, kein aufgeblähter Referral-Kanal Gering

Top 5 Strategische Empfehlungen (3–12 Monate)

# Maßnahme Was bringt es?
1 Organischen Traffic systematisch aufbauen: Kategorie-Seiten für Suchbegriffe wie „Gastronomiebedarf kaufen" optimieren, Kaufratgeber und Vergleichsseiten erstellen +50–100% kostenloser Google-Traffic, weniger Abhängigkeit von bezahlter Werbung
2 Google-Shopping-Kampagnen (PMax) neu strukturieren: Statt einer Catch-All-Kampagne nach Produktkategorien und Margen segmentieren +15–25% mehr Umsatz bei gleichem Budget
3 Mobile Kauferlebnis verbessern: 59% der Besucher kommen über Smartphone, aber Desktop bringt 4,7x mehr Umsatz pro Besuch Schon 10% Verbesserung = +€1,1M Umsatz
4 SEO international ausrollen: Besonders NL und ES haben Potenzial, Italien monetarisiert den vorhandenen Traffic kaum +20–30% mehr organischer Umsatz international
5 Paid Search bereinigen (Audit durchgeführt — siehe Kapitel 4): Portugal Non-Brand pausieren (ROAS 0,99x), Spanien/Frankreich Non-Brand eingrenzen (CPA €118/€99), Broad Match reduzieren (46,5% des Spends bei nur 5,13x ROAS), Long-Tail-Keywords skalieren (bis 62,5x ROAS) €15K sofort + ~€50K/Jahr durch Waste-Reduktion, +15–25% Effizienz

OM Health Score

Gesamtbewertung: 55/100 — Lusini hat eine funktionsfähige Paid-Infrastruktur und wachsende Umsätze. Die größten Hebel für die nächsten 12 Monate liegen in drei Bereichen: (1) Die Google-Ads-Reporting-Basis korrigieren, damit Budget-Entscheidungen auf realen Zahlen basieren, (2) organischen Traffic als nachhaltigen Wachstumskanal aufbauen, und (3) die Conversion-Optimierung verbessern — insbesondere Zahlungsabbrüche und Mobile.

OM Health Score

Kapitel 1

1. Methodik & Datengrundlage

Analysezeitraum

  • Primärzeitraum: April 2025 – März 2026 (12 Monate)
  • Vergleichszeitraum (YoY): April 2024 – Dezember 2024 (9 Monate, da GA4 Ende 2025 abgelöst wurde)
  • Google Ads: Januar 2024 – März 2026 (voller verfügbarer Zeitraum)

Datenquellen

Quelle Zeitraum Umfang Rolle
Google Search Console Apr 2025 – Mär 2026 25.000 Queries, 25.000 Pages, 10 Länder SEO-Performance, Sichtbarkeit
Google Analytics 4 (Property 268124891) Apr 2024 – Dez 2025 Alle Kanäle, E-Commerce Channel-Mix, Attribution, Conversions
Google Ads (Account 969-075-8704) Jan 2024 – Mär 2026 1.306 Kampagnen, Keywords, Anzeigengruppen SEA-Performance, Spend-Effizienz
Econda Analytics Letzter verfügbarer Zeitraum Besucher, Kaufprozess, interne Suche, Entry/Exit Pages On-Site-Verhalten, Conversion-Funnel

Bekannte Einschränkungen

  1. GA4-Ablösung: GA4 wurde Ende 2025 durch Econda ersetzt. YoY-Vergleiche sind daher nur für Apr–Dez verfügbar (9 Monate statt 12).
  2. Google Ads API: Kein Developer Token verfügbar — Daten stammen aus UI-Exporten. Der Suchbegriffe-Report (>7,5 GB, 35,6M Datensätze) wurde vollständig exportiert und analysiert (siehe Kapitel 4, Abschnitt „Suchbegriff-Analyse").
  3. Microsoft/Bing Ads: Kein Zugriff auf den Microsoft Ads Account. GA4 zeigt Bing CPC als signifikanten Revenue-Kanal (€3,5M Revenue, €23,64/Session) — eine vollständige Analyse war nicht möglich. Empfehlung: Separates Bing Ads Audit durchführen.
  4. Meta Ads (Facebook/Instagram): Kein Zugriff auf den Meta Business Manager. GA4 zeigt fb/paid (160K Sessions, €253K Revenue) und ig/paid (64K Sessions, €76K Revenue). Spend, CPM, Audience-Daten und Creative-Performance konnten nicht analysiert werden.
  5. Criteo: Kein Zugriff auf das Criteo-Dashboard. GA4 zeigt Criteo Retargeting/Display (98K Sessions, €186K Revenue). Spend und ROAS sind unbekannt.
  6. Econda-Daten: Exportzeitraum und Granularität durch das Dashboard limitiert. Keine API-Anbindung möglich. Live-Tracking-Daten sind nur eine Stichprobe.
  7. Cross-Device / Cross-Domain: Attribution über mehrere Lusini-Domains hinweg basiert auf GA4-Property-Einstellungen und kann Lücken aufweisen.
  8. Core Web Vitals / Page Speed: Keine technische Performance-Analyse der Seiten durchgeführt. Relevant insbesondere wegen des großen Mobile-Desktop-Gaps (4,7x Rev/Session, 10,6 Positionen Desktop vs. Mobile).
  9. Shopping Feed Qualität: Bei €22M+ Shopping-Spend keine Analyse der Feed-Qualität (Titel, Bilder, GTINs, Merchant Center Disapprovals). Feed-Optimierung ist einer der größten Hebel für Shopping-Performance.
  10. Consent Management Impact: 32% der Econda-Besucher sind „anonymisiert" — der Impact des Cookie-Consent-Banners auf Tracking-Vollständigkeit wurde nicht quantifiziert. Server-Side-Tracking als potenzielle Lösung wurde nicht evaluiert.
  11. Auction Insights: Keine Wettbewerbsanalyse auf Google Ads Kampagnenebene — wer bietet gegen Lusini, wie entwickeln sich Impression Shares und Overlap Rates?
  12. CLV / Kohortenanalyse: Returning Visitors sind 3,5x wertvoller, aber keine Analyse nach Akquisitionskanal (welcher Kanal bringt die wertvollsten Neukunden langfristig?).
  13. Remarketing-Strategie: Criteo erwähnt, aber keine Bewertung der Audience-Strategie in Google Ads (RLSA, Customer Match, Similar Audiences).

Nicht analysierte Kanäle (kein Datenzugriff)

Plattform Verfügbare Info (GA4) Was fehlt
Microsoft/Bing Ads 150K Sessions, €3,5M Revenue Spend, Keywords, Kampagnenstruktur, ROAS
Meta Ads (FB + IG) 224K Sessions, €329K Revenue Spend, Audiences, Creatives, Frequency
Criteo 99K Sessions, €186K Revenue Spend, Retargeting-Pools, Placement-Daten

Gesamtlücke: Für ca. 473K Sessions und €4,0M Revenue fehlen die Spend-Daten. Die tatsächlichen Werbekosten von Lusini liegen daher deutlich über den €28M aus Google Ads.

KPI-Definitionen

KPI Definition Quelle
Sessions Einzelne Besuche (GA4-Standard) GA4
Engagement Rate Anteil engagierter Sessions (>10s oder >1 Pageview oder Conversion) GA4
Conversion Rate Bestellungen / Besuche Econda, GA4
ROAS Conversion-Wert / Werbekosten Google Ads
CTR (GSC) Klicks / Impressionen in der Google-Suche GSC
Bounce Rate Anteil der Besuche mit nur einem Seitenaufruf Econda
AOV Umsatz / Anzahl Bestellungen Econda, GA4

Bewertungsschema

Jede Metrik wird gegen Industrie-Benchmarks (B2B E-Commerce, Gastronomiebedarf) eingeordnet:

Bewertung Bedeutung
GUT Auf oder über Benchmark-Niveau
WARNUNG 10–30% unter Benchmark
KRITISCH >30% unter Benchmark oder strukturelles Problem
Kapitel 2

2. Traffic-Übersicht & Channel-Mix

Gesamtperformance (Apr–Dez 2025 vs. Apr–Dez 2024)

Metrik Apr–Dez 2025 Apr–Dez 2024 YoY Status
Sessions 7.646.536 5.504.557 +38,9% GUT
Revenue €52.592.180 €48.095.070 +9,4% GUT
Revenue/Session €6,88 €8,74 -21,3% WARNUNG

Kernbefund: Das Traffic-Wachstum von +38,9% ist stark, und der Revenue wächst mit +9,4% solide. Die sinkende Revenue/Session (-21,3%) ist primär ein Channel-Mix-Effekt und kein Indikator für einen Marktrückgang — siehe Detailanalyse unten.

Warum die durchschnittliche Revenue/Session sinkt — Channel-Mix-Effekt

Der Rückgang der Revenue/Session von €8,74 auf €6,88 entsteht nicht gleichmäßig über alle Kanäle, sondern durch eine Verschiebung des Traffic-Mix zu Kanälen mit niedrigerem Warenkorbwert:

Kanal Sessions YoY Revenue YoY Rev/Session-Trend Interpretation
Organic Search +31,6% +30,5% ≈ stabil Marktnachfrage intakt
Email +5,6% +28,3% ↑ steigend CRM funktioniert gut
Paid Shopping +69,9% +82,2% ↑ steigend Skaliert profitabel
Affiliates +63,5% +11,2% ↓ leicht sinkend Volumen noch gering
Paid Search +44,7% -4,1% ↓↓ stark sinkend Handlungsbedarf
Direct +7,3% -12,0% ↓ sinkend Beobachten

Drei Faktoren erklären den Gesamteffekt:

  1. Paid Shopping dominiert das Wachstum: +70% mehr Sessions, aber nur €3,81 Rev/Session (vs. Gesamtdurchschnitt €6,88). Allein dieser Kanal drückt den Durchschnitt massiv nach unten. Das ist eine bewusste Skalierungsentscheidung — Shopping-Traffic hat naturgemäß kleinere Warenkörbe und eine andere Kaufdynamik (mehr Vergleichskäufe, niedrigere Kaufabsicht pro Klick).

  2. Paid Search verliert Effizienz: +44,7% mehr Sessions generieren 4,1% weniger Revenue. Das ist der einzige wirklich besorgniserregende Datenpunkt. Mögliche Ursachen: Ausweitung auf weniger profitable Keywords, steigende CPCs bei gleichbleibendem Conversion-Wert, oder Kannibalisierung durch PMax-Kampagnen.

  3. Direct-Revenue sinkt: -12% trotz leichtem Session-Wachstum. Das könnte auf eine Verschiebung von Direct-Bestandskunden zu Paid-Kanälen hindeuten (Re-Attribution durch CPC-Klicks) oder auf sinkende Wiederkaufraten.

Gegenprobe — kein Marktrückgang erkennbar: - Organische Suchnachfrage (GSC-Impressionen) ist über 12 Monate stabil bei 10,4M–13,4M/Monat - Organic Search Revenue wächst mit +30,5% — ein schrumpfender Markt würde sich hier zeigen - Email-Revenue wächst +28,3% — Bestandskunden kaufen mehr

Fazit: Die sinkende Gesamt-Revenue/Session ist kein Alarmsignal, sondern eine Folge der Shopping-Skalierungsstrategie. Der konkrete Handlungsbedarf liegt bei Paid Search (Effizienz wiederherstellen) und beim Verständnis des Direct-Rückgangs.

Channel-Mix (Apr–Dez 2025)

Kanal Sessions Anteil YoY Sessions Revenue YoY Revenue Rev/Session
Paid Shopping 2.134.145 27,9% +69,9% €8.137.072 +82,2% €3,81
Paid Search 1.584.685 20,7% +44,7% €17.542.696 -4,1% €11,07
Organic Search 1.151.859 15,1% +31,6% €8.016.746 +30,5% €6,96
Cross-network 980.649 12,8% +12,0% €3.351.562 +11,0% €3,42
Direct 545.105 7,1% +7,3% €7.998.299 -12,0% €14,67
Unassigned 407.878 5,3% +56,9% €1.638.407 +41,2% €4,02
Email 352.435 4,6% +5,6% €3.471.996 +28,3% €9,85
Paid Social 220.534 2,9% +27,7% €329.432 +35,1% €1,49
Organic Social 97.730 1,3% +780,1% €84.604 +130,2% €0,87
Referral 73.782 1,0% +31,7% €590.117 -65,4% €8,00
Affiliates 66.544 0,9% +63,5% €1.342.155 +11,2% €20,17
Display 18.118 0,2% +59,5% €26.283 +289,8% €1,45

Bewertung Channel-Mix

Paid-Abhängigkeit KRITISCH

64,3% des Traffics kommt aus bezahlten Kanälen (Paid Shopping + Paid Search + Cross-network + Paid Social + Display). Das ist deutlich über dem B2B-E-Commerce-Benchmark von ~40–50%.

  • Paid Shopping allein macht 27,9% aus und wuchs um +69,9% — stärkstes Wachstum
  • Organic Search liegt bei nur 15,1% — für einen E-Commerce-Anbieter dieser Größe unterdurchschnittlich (Benchmark: 25–35%)

Revenue-Konzentration

Die Top 3 umsatzstärksten Kanäle machen 64% des Revenues aus: 1. Paid Search: €17,5M (33,4%) — aber YoY -4,1% trotz +44,7% mehr Sessions → sinkende Effizienz 2. Direct: €8,0M (15,2%) — sinkend (-12,0%), Brand-Stärke lässt nach 3. Organic Search: €8,0M (15,3%) — gesund wachsend (+30,5%)

Revenue/Session nach Kanal

Kanal Rev/Session Bewertung
Affiliates €20,17 GUT Hochwertig, aber kleines Volumen
Direct €14,67 GUT Typisch für Bestandskunden
Paid Search €11,07 WARNUNG Sinkend trotz mehr Spend
Email €9,85 GUT Solide CRM-Performance
Referral €8,00 WARNUNG Revenue YoY -65,4%
Organic Search €6,96 GUT Kostenlos, wachsend
Paid Shopping €3,81 WARNUNG Hohes Volumen, niedrige Effizienz
Cross-network €3,42 WARNUNG Geringe Wertschöpfung
Paid Social €1,49 KRITISCH Awareness-Kanal, nicht conversionstark
Organic Social €0,87 KRITISCH Zu erwarten bei organic Social

Device-Split (Apr–Dez 2025)

Device Sessions Anteil Revenue Anteil Rev/Session
Mobile 3.955.635 59,0% €11.568.409 24,0% €2,92
Desktop 2.646.607 39,5% €36.106.650 74,9% €13,64
Tablet 107.694 1,6% €376.389 0,8% €3,50

Mobile-Desktop-Gap KRITISCH: Desktop generiert 4,7x mehr Revenue pro Session als Mobile. 59% des Traffics kommt über Mobile, aber nur 24% des Revenues. Dieser Gap ist deutlich größer als der Benchmark (2–3x). Mögliche Ursachen: - B2B-Bestellungen werden bevorzugt am Desktop getätigt - Mobile Checkout-Erlebnis möglicherweise suboptimal - Mobile wird primär zur Recherche genutzt (Cross-Device Journey)

Länderverteilung (GA4 Apr–Dez 2025, Top 10)

Land Sessions Revenue Rev/Session
Deutschland 2.728.643 €22.029.817 €8,07
Frankreich 837.313 €6.660.650 €7,95
Italien 654.894 €2.779.423 €4,24
Schweiz 466.574 €4.873.453 €10,45
Österreich 432.807 €4.238.561 €9,79

Auffällig: Italien hat das niedrigste Revenue/Session (€4,24) trotz signifikantem Traffic. Die Schweiz und Österreich sind die effizientesten Märkte (€10,45 bzw. €9,79/Session).

Monatliche E-Commerce-Trends (2024–2025)

Monat Transactions Revenue AOV
Apr 2025 27.166 €7.597.790 €280
Mai 2025 27.328 €6.883.177 €252
Jun 2025 25.172 €6.303.552 €250
Jul 2025 22.847 €5.643.153 €247
Aug 2025 21.264 €5.272.009 €248
Sep 2025 20.628 €5.245.818 €254
Okt 2025 21.236 €5.355.168 €252
Nov 2025 22.349 €5.561.233 €249
Dez 2025 19.955 €4.773.901 €239

Saisonalität: Klares Frühjahrshoch (Apr/Mai) und Wintertal (Dez/Jan). Der AOV schwankt zwischen €223 (Jan 2025) und €280 (Apr 2025) — typisch für B2B-Gastronomie mit Saisonvorbereitung im Frühling.

Interner und CRM-Traffic — Data Hygiene

Referral-Quellen die kein externer Traffic sind

Quelle Sessions Revenue Rev/Session Was ist das?
emg-prod.crm4.dynamics.com 5.053 €828.348 €163,93 Dynamics CRM — interne Vertriebsteam-Bestellungen
statics.teams.cdn.office.net 6.396 €87.824 €13,74 Microsoft Teams Links
p.nunami.ai 8.343 €217.151 €26,03 Nunami — Personalisierungs-/Recommendation-Tool
r.nunami.ai 7.501 €172.213 €22,96 Nunami Referral

CRM-Traffic (Dynamics) hat €163,93 Revenue/Session — das sind fast sicher Bestellungen des internen Vertriebsteams über die Website. Diese sollten in der Analyse als interner Kanal separat ausgewiesen werden, da sie die Channel-Performance-Daten verzerren.

Nunami (kombiniert 15.844 Sessions, €389.364 Revenue) ist wahrscheinlich ein On-Site-Personalisierungs-Tool. Dessen Traffic wird als "Referral" attribuiert, obwohl es eigentlich on-site Engagement ist. Das verzerrt den Referral-Kanal nach oben.

Auswirkung auf die Analyse

Bereinigt man Referral um diese internen Quellen: - CRM (€828K) + Nunami (€389K) + Teams (€88K) = ~€1,3M internes Revenue, das als Referral gezählt wird - Das gesamte Referral-Revenue beträgt nur €590K — die internen Quellen übersteigen es also deutlich - Das bedeutet: Nahezu das gesamte „Referral"-Revenue stammt aus internen Quellen, nicht von externen Partnern. Das erklärt den -65,4% YoY-Drop: Was wie ein Partnereinbruch aussieht, ist eine Attribution-Verzerrung

Empfehlung: UTM-Tagging und Referral-Exclusion-Listen in GA4/Econda einrichten, um interne Traffic-Quellen sauber zu separieren.

B2C-Segment

Lusini betreibt neben dem B2B-Geschäft auch B2C-Seiten:

Markt Sessions Revenue Rev/Session
/de-de/b2c 75.061 €921.897 €12,28
/fr-fr/b2c 18.086 €251.465 €13,90
/it-it/b2c 18.026 €110.717 €6,14
/de-ch/b2c 15.957 €278.684 €17,46
/hr-hr/b2c 15.406 €28.656 €1,86
/de-at/b2c 14.188 €173.688 €12,24
Weitere 7 Märkte ~34.000 ~€180.000
Gesamt B2C ~191.000 ~€1.945.000 ~€10,18

B2C macht ca. 2,5% des Traffics und ~3,7% des Revenues aus. Die Revenue-Effizienz ist mit €10,18/Session überraschend gut — besser als der Gesamtdurchschnitt (€6,88). HR/Kroatien B2C underperformt deutlich (€1,86/Session).

Online-Service-Seiten: Hoher Traffic, niedrige Effizienz

Markt Sessions Revenue Rev/Session
/de-de/online-service 67.310 €391.177 €5,81
/fr-fr/online-service 12.060 €29.025 €2,41
/de-ch/online-service 10.053 €26.485 €2,63
/it-it/online-service 9.714 €66.575 €6,85
/nl-nl/online-service 7.409 €13.489 €1,82
/de-at/online-service 6.500 €21.578 €3,32
Weitere 5 Märkte ~11.085 ~€19.227 ~€1,73
Gesamt 124.131 €567.556 €4,57

124K Sessions landen auf Online-Service-Seiten — das sind 1,6% des Traffics. Die Rev/Session von €4,57 liegt 33% unter dem Durchschnitt (€6,88). Diese Seiten scheinen eine Kontakt-/Servicefunktion zu erfüllen.

Frage: Werden diese Seiten über Paid Traffic angesteuert? Falls ja, wäre das Spend-Verschwendung. Falls es Organic/Direct-Traffic ist, könnten sie durch bessere CTAs und Produktverknüpfungen konvertierender gemacht werden.

KI-Suche als neuer Kanal

Econda zeigt bereits "KI Suche" als eigenen Marketing-Kanal (4 Besuche im Live-Tracking). Das ist noch minimal, aber ein Indikator dafür, dass AI-getriebene Suche (ChatGPT, Perplexity, Google AI Overviews) beginnt, Traffic zu senden. Dies sollte aktiv beobachtet werden.

New vs. Returning (Apr–Dez 2025)

Segment Sessions Revenue Rev/Session Engagement
New 3.852.278 €16.152.534 €4,19 92,1%
Returning 2.311.036 €33.987.801 €14,71 77,9%

Returning Visitors generieren 3,5x mehr Revenue/Session als New Visitors. Das unterstreicht die Bedeutung von CRM und Retention. Die niedrigere Engagement Rate bei Returning (77,9%) ist normal — sie kennen die Seite und navigieren zielgerichteter.

PMK-Validierung: GA4 vs. Econda (April 2026 Update)

Zeitraum-Korrektur

Die ursprüngliche Feststellung einer „2,3x Diskrepanz" zwischen GA4 und Econda war ein Vergleichsfehler: GA4 deckt 9 Monate ab (Apr–Dez 2025), Econda nur Q1 2026 (3 Monate). Normalisiert:

Quelle Zeitraum Sessions/Mo Revenue/Mo
GA4 Apr–Dez 2025 (9 Mo) 849.615 €5.843.576
Econda/PMK Jan–Mär 2026 (3 Mo) 1.084.121 €7.198.857

Econda zeigt pro Monat sogar mehr als GA4 — erklärbar durch Q1-2026-Wachstum. Es gibt keine fundamentale Tracking-Diskrepanz.

Econda-Tracking-Caveats (Q1 2026)

  • Erste Januar-Woche: Wegen eines Bugs nicht vollständiger Traffic erfasst
  • Last-Non-Direct-Logik: Erst am 22.01.2026 shopseitig eingeführt

Auswirkung der Last-Non-Direct-Einführung:

Zeitraum Google Ads Revenue-Anteil Direct-Anteil Visits/Tag
Vor 22. Jan (21 Tage) 39,4% 2,5% 30.514
Ab 22. Jan (69 Tage) 49,0% ≈0,0% 37.849

Die Verschiebung zeigt: Vor Einführung der Last-Non-Direct-Logik wurde Paid-Traffic fälschlicherweise als „Direct" erfasst. Ab dem 22. Jan funktioniert die Attribution korrekt.

Google Ads ROAS: Econda vs. Google-Reporting

Metrik Google Ads Reporting Econda/PMK (Q1 2026)
Conv.-Wert / Revenue €29,6M/Mo (Ø 27 Mo) €3,4M/Mo
ROAS 28,4x (gesamt) / 7,1x (aktive Kampagnen) 3,3x
Ursache Differenz ~75% Ghost-Attribution (€600M von pausierten Kampagnen, Mechanismus noch zu verifizieren), Brand-Inflation (101–1170x), Data-Driven-Attribution Last-Non-Direct-Modell

Empfehlung: Econda/PMK als Single Source of Truth für Revenue-Attribution etablieren. Google Ads Conv.-Wert nur als Optimierungssignal innerhalb Google Ads nutzen, nicht für Budget-Entscheidungen.

Channel-Mix: Sessions vs. Revenue

Kapitel 3

3. SEO / Organic Search

Überblick (Apr 2025 – Mär 2026)

Metrik Wert Benchmark (B2B E-Com) Status
Organic Clicks (GSC) 1.500.716 Basis
Organic Impressions (GSC) 141.179.199 Basis
Ø CTR 1,06% 2–3% (bei Pos. 1–5) WARNUNG
Ø Position 11,3 (Mobile), 21,9 (Desktop) <10 KRITISCH
Organic Sessions (GA4) 1.151.859 Basis
Organic Revenue (GA4) €8.016.746 Basis
Revenue YoY +30,5% GUT
Anteil am Channel-Mix 15,1% 25–35% KRITISCH

Monatliche Entwicklung (GSC)

Monat Clicks Impressions CTR
Apr 2025 142.932 10.656.086 1,34%
Mai 2025 136.039 11.746.984 1,16%
Jun 2025 120.657 11.825.846 1,02%
Jul 2025 127.659 13.369.242 0,95%
Aug 2025 125.920 13.196.071 0,95%
Sep 2025 129.323 11.920.774 1,08%
Okt 2025 130.790 11.116.376 1,18%
Nov 2025 135.020 11.862.479 1,14%
Dez 2025 116.725 12.535.599 0,93%
Jan 2026 117.132 11.698.957 1,00%
Feb 2026 104.363 10.446.353 1,00%
Mär 2026 114.156 10.804.432 1,06%

Trend: Clicks sind weitgehend stabil (104K–143K/Monat), Impressions schwanken saisonbedingt. Die CTR sinkt im Sommer (höheres Suchvolumen, breitere Queries) und erholt sich im Herbst.

Device-Performance (GSC)

Device Clicks Impressions CTR Ø Position
Mobile 983.120 87.477.413 1,12% 11,3
Desktop 484.888 52.024.340 0,93% 21,9
Tablet 32.708 1.677.446 1,95% 7,1

KRITISCH Desktop-Position 21,9 vs. Mobile 11,3: Die durchschnittliche Desktop-Position ist fast doppelt so schlecht wie Mobile — das ist ein ungewöhnlich großer Gap, der auf ein strukturelles Problem hindeutet. Mögliche Ursachen:

  1. Mobile-First-Indexing-Problem: Seit Google auf Mobile-First-Index umgestellt hat, könnte die Desktop-Version der Seiten technische Defizite haben (andere Content-Auslieferung, fehlende Elemente, langsameres Rendering)
  2. Core Web Vitals Desktop: Falls die Desktop-Performance deutlich schlechter ist als Mobile (was ungewöhnlich wäre), könnte das Rankings beeinflussen
  3. Query-Mix-Effekt: Desktop-Suchen enthalten möglicherweise mehr kompetitive generische Begriffe, während Mobile stärker lokale/spezifische Queries enthält
  4. Canonicalization: Falls Desktop und Mobile unterschiedliche URLs ausliefern, könnten Canonical-Tags fehlkonfiguriert sein

Empfehlung: Diesen Gap gezielt untersuchen — Core Web Vitals Desktop vs. Mobile vergleichen, Canonical-Setup prüfen, Desktop-spezifische Rendering-Probleme identifizieren. Ein Gap dieser Größe (10,6 Positionen) deutet auf ein technisches Problem hin, nicht auf einen normalen Query-Mix-Unterschied.

Keyword-Portfolio

Top 20 Queries nach Clicks

Query Clicks Impressions CTR Position Typ
lusini 52.984 496.361 10,67% 1,2 Branded
luisini 12.537 49.567 25,29% 1,1 Branded (Typo)
dubai choklad recept 8.264 65.775 12,56% 3,8 Non-Branded
pulsiva 5.542 44.423 12,48% 1,5 Eigenmarke
vega 5.412 464.148 1,17% 7,2 Eigenmarke
lusini france 3.749 26.057 14,39% 1,1 Branded
lucini 2.809 10.875 25,83% 2,4 Branded (Typo)
lusini schweiz 2.650 19.418 13,65% 1,1 Branded
lusini deutschland gmbh 2.540 28.957 8,77% 1,1 Branded
lussini 2.272 8.338 27,25% 1,1 Branded (Typo)
migliori padelle antiaderenti non tossiche 2.126 23.344 9,11% 1,8 Non-Branded
vega gastro 1.991 17.196 11,58% 2,5 Eigenmarke
martini 1.884 435.435 0,43% 8,0 Non-Branded
vega geschirr 1.790 18.914 9,46% 1,3 Eigenmarke
padelle antiaderenti non tossiche 1.770 17.147 10,32% 1,5 Non-Branded
dubai choklad 1.669 297.501 0,56% 6,2 Non-Branded
lusini österreich 1.585 12.907 12,28% 1,0 Branded
jobeline 1.559 13.037 11,96% 3,3 Eigenmarke
lusini italia srl 1.413 11.560 12,22% 1,1 Branded
moscow mule 1.359 324.612 0,42% 8,8 Non-Branded

Branded vs. Non-Branded Analyse KRITISCH

Die Top-Queries sind massiv branded-lastig. Unter den Top 20 sind: - 10 Branded (lusini, luisini, lucini, lussini + Varianten): ~85.000 Clicks - 3 Eigenmarken (pulsiva, vega, jobeline): ~10.900 Clicks - 7 Non-Branded (dubai choklad, martini, moscow mule etc.): ~17.400 Clicks

Die Non-Branded-Queries sind zudem teilweise off-topic (dubai choklad recept = Rezepte, moscow mule = Cocktails). Das deutet auf fehlende SEO-Strategie für transaktionale Non-Branded-Keywords hin (z.B. "Gastronomiebedarf kaufen", "Geschirr Gastronomie", "Berufsbekleidung Koch").

Search Appearance

Typ Clicks Impressions CTR
Product Snippets 332.150 37.427.675 0,89%
Merchant Listings 33.060 949.229 3,48%
Translated Results 258 28.959 0,89%
Review Snippets 203 24.644 0,82%

GUT Product Snippets machen den Großteil der Organic-Clicks aus — das zeigt, dass strukturierte Produktdaten implementiert sind.

WARNUNG Review Snippets sind minimal (203 Clicks). Hier wird Potenzial verschenkt — Bewertungssterne in den SERPs können die CTR um 15–25% steigern.

Markt-Performance (GSC, Top 10 Länder)

Land Clicks Impressions CTR Ø Position
Italien 27.737 2.526.367 1,10% 7,4
Deutschland 23.159 2.342.808 0,99% 10,0
Frankreich 10.540 791.625 1,33% 11,3
Kroatien 7.562 217.652 3,47% 7,6
Schweiz 5.570 455.205 1,22% 11,8
Spanien 5.283 557.379 0,95% 10,0
Schweden 5.178 524.258 0,99% 9,9
Österreich 4.775 437.734 1,09% 11,4
Portugal 3.659 198.412 1,84% 8,9
Niederlande 3.568 485.169 0,74% 12,7

Hinweis: Dies sind GSC-Daten für März 2026 (ein Monat). Die Werte sind repräsentativ für die Größenordnung.

Auffälligkeiten pro Markt

  • Italien führt bei Clicks, obwohl Revenue/Session (GA4) dort am niedrigsten ist — möglicherweise Traffic auf informationalen Content statt transaktionalen
  • Kroatien hat mit 3,47% die beste CTR — kleiner Markt mit weniger Wettbewerb
  • Niederlande hat die schlechteste CTR (0,74%) und höchste Durchschnittsposition (12,7) — SEO in NL ist unterentwickelt
  • Deutschland als Hauptmarkt liegt bei CTR 0,99% und Position 10,0 — deutlich unter dem Potenzial

Content/Magazin-Seiten: Traffic ohne Conversion KRITISCH

16 Magazin-Seiten (URL-Pattern /m/) generieren zusammen 56.627 Sessions aber nur €2.471 Revenue — das sind €0,04 pro Session.

Die größten Traffic-Sinks

Seite Sessions Revenue Rev/Session
/sv-se/m/dubai-choklad 13.039 €133 €0,01
/it-it/m/migliori-padelle-antiaderenti-non-tossiche 10.687 €523 €0,05
/it-it/m/guida-alle-dosi-delle-bevande 5.430 €126 €0,02
/es-es/m/cuanto-gana-un-camarero 4.578 €0 €0,00
/it-it/m/quanto-guadagna-un-cameriere 3.576 €0 €0,00
/fr-fr/m/temperature-ideale-frigo 3.283 €0 €0,00
/es-es/m/sartenes-antiadherentes 2.566 €0 €0,00

Analyse

Diese Seiten sind typische informational Content-Stücke — Rezepte (Dubai-Schokolade), Gehaltsratgeber ("Quanto guadagna un cameriere"), Kühlschrank-Temperaturen etc. Sie ziehen organischen Traffic, aber die Nutzer haben keinerlei Kaufabsicht.

Probleme: 1. Keine Conversion-Pfade: Kein CTA, keine Produkt-Integration, kein Lead-Magnet 2. Off-Topic-Content: "Dubai Choklad Recept" hat nichts mit Gastronomiebedarf zu tun 3. Ressourcen-Verschwendung: Redaktionelle Arbeit ohne ROI

Empfehlungen: 1. Produkt-Integration: Relevante Artikel (Pfannen, Besteck) mit Produkt-Empfehlungen und CTAs versehen 2. Off-Topic bereinigen: Dubai-Schokoladen-Rezepte und Gehaltsratgeber bringen keinen Business-Wert 3. Content-Strategie auf Buying Intent ausrichten: Statt "Wie viel verdient ein Kellner" → "Komplettausstattung Restaurant: Checkliste und Kosten" 4. Lead-Magnets testen: Checklisten, Kalkulatoren für Gastro-Ausstattung als Gated Content

Branded vs. Non-Branded: Quantifizierung

Analyse über alle 25.000 GSC-Queries:

Segment Clicks Anteil Impressions CTR
Branded (lusini, pulsiva, vega, jobeline) 149.319 27,8% 1.602.557 9,32%
Non-Branded 388.572 72,2% 30.651.448 1,27%

Non-Branded CTR von 1,27% liegt unter dem E-Commerce-Benchmark (3–5%), aber die Ursache ist primär die durchschnittliche Position (11,3 Mobile / 21,9 Desktop), nicht schlechte Titles oder Meta-Descriptions. Bei Position 10+ ist eine CTR von ~1% erwartbar — der Benchmark von 3–5% gilt für Positionen 1–5. Das zeigt: - Das Kernproblem ist Ranking, nicht CTR-Optimierung: Lusini steht für die meisten Non-Branded Keywords auf Seite 2+ - Titel und Meta-Descriptions sind ein Nebenschauplatz, solange die Positionen nicht besser sind - Rich Snippets fehlen für Non-Branded Ergebnisse (Review Snippets kaum genutzt)

Die gute Nachricht: Mit 30,6M Non-Branded Impressions ist das Sichtbarkeits-Potenzial enorm. Eine Verbesserung der durchschnittlichen Position von 11 auf 5–6 würde die Organic Clicks verdoppeln (+388K Clicks/Jahr). Der Hebel liegt in Content- und SEO-Strategie für transaktionale Keywords, nicht primär in der CTR-Optimierung bestehender Listings.

SEO-Bewertung Gesamtübersicht

Dimension Bewertung Begründung
Traffic-Volumen GUT 1,5M Clicks/Jahr, +31,6% YoY
Ranking-Positionen KRITISCH Ø Position 11,3 (Mobile) / 21,9 (Desktop) — Seite 2+, CTR von 1,06% ist bei diesen Positionen erwartbar
Keyword-Diversität KRITISCH Stark branded-lastig, Non-Branded transaktional fehlt
Structured Data GUT Product Snippets aktiv, Merchant Listings vorhanden
Review Snippets WARNUNG Kaum genutzt, CTR-Potenzial verschenkt
Multi-Market SEO WARNUNG Große Unterschiede zwischen Märkten, NL und ES schwach
Revenue-Beitrag KRITISCH 15,1% Channel-Anteil — deutlich unter Benchmark (25–35%)

SEO: Monatliche Clicks & CTR (GSC)

Kapitel 4

4. SEA / Google Ads

Account-Übersicht (Jan 2024 – Mär 2026)

Metrik Wert
Gesamtausgaben €28.151.424
Gesamt-Conversion-Wert €799.647.499
Gesamt-ROAS 28,41x
Gesamtklicks 93.868.034
Gesamtimpressionen 8.388.207.489
Aktive Kampagnen 122
Pausierte Kampagnen 1.184

Hinweis: Der ROAS von 28,41x ist massiv überhöht. Die Econda/PMK-Validierung (Q1 2026, siehe Kapitel 2, Abschnitt „PMK-Validierung") zeigt einen realen ROAS von ca. 3,3x. Die Hauptursachen: (1) 11 pausierte „Ghost"-Kampagnen zeigen ~€600M Conversion-Wert im Reporting (~75% der Inflation, genauer Attributionsmechanismus noch zu verifizieren), (2) Brand-Keywords werden mit ROAS 101–1.170x überbewertet, (3) Data-Driven-Attribution vs. Last-Non-Direct erklärt einen Faktor von ~1,8x. Das Conversion-Tag selbst feuert korrekt — das Problem liegt in der Attribution und den Ghost-Kampagnen. Caveat: Der Vergleich stellt Google Ads Gesamtzeitraum (27 Monate) dem Econda-Zeitraum (Q1 2026, 3 Monate) gegenüber — der reale ROAS kann je nach Quartal schwanken.

Spend nach Kampagnentyp

Kampagnentyp Spend Anteil ROAS (lt. Ads) Kampagnen
Performance Max €17.309.437 61,5% 10,49x 199
Suche (Search) €5.755.512 20,4% 27,17x 952
Shopping (Standard) €4.929.864 17,5% 12,35x 88
Nachfragegenerierung (Demand Gen) €121.888 0,4% 7,13x 30
Display €34.723 0,1% 2,31x 156
Videos €0 0,0% 52

Performance Max Dominanz WARNUNG

61,5% des gesamten Budgets fließen in Performance Max. Das birgt Risiken: - Black Box: PMax bietet wenig Transparenz über Placements, Audiences und Keywords - Kannibalisation: PMax greift auf Shopping, Search, Display und YouTube zu — kann eigene Search- und Shopping-Kampagnen kannibalisieren - Brand-Traffic-Übernahme: PMax optimiert gerne auf Branded Queries, da diese am günstigsten konvertieren

Empfehlung: Brand-Exclusion-Listen in PMax implementieren und Search-Term-Insights regelmäßig prüfen.

Top 15 Kampagnen nach Spend

Kampagne Spend ROAS Clicks Typ
ggl_shopping_se_pmax_css_catch-all €2.771.718 5,35x 468.374 PMax
ggl_shopping_de_standard-shopping_css_catch-all €2.314.233 6,57x 3.655.313 Shopping
ggl_shopping_no_pmax_css_catch-all €1.842.425 6,54x 299.385 PMax
ggl_shopping_se_pmax_gse_catch-all €1.804.062 4,36x 261.203 PMax
ggl_shopping_no_pmax_gse_catch-all €1.648.907 5,70x 209.016 PMax
ggl_non-brand_se_search_dsa_na €936.980 3,84x 57.505 Search
ggl_shopping_de_pmax_gse_catch-all €792.905 6,14x 1.064.295 PMax
ggl_shopping_dk_pmax_css_catch-all €779.453 4,35x 212.792 PMax
ggl_shopping_ch-de_standard-shopping_css_catch-all €651.825 5,87x 659.155 Shopping
ggl_shopping_dk_pmax_gse_catch-all €570.235 3,96x 146.817 PMax
ggl_non-brand_no_search_dsa_na €514.045 4,72x 30.681 Search
ggl_shopping_fr_pmax_css_catch-all €472.957 5,42x 747.760 PMax
ggl_shopping_de_standard-shopping_css_moebel €382.021 5,52x 519.425 Shopping
sea-shopping_se_pmax-low-sku-zombie €375.477 4,39x 44.159 PMax
ggl_shopping_no_pmax_gse_low-sku €323.739 4,76x 39.604 PMax

Account-Struktur Analyse

Naming Convention GUT

Die Kampagnen-Benennung folgt einer klaren, konsistenten Struktur:

{plattform}_{typ}_{markt}_{kampagnenart}_{targeting}_{detail}

Beispiel: ggl_shopping_de_pmax_css_catch-all

Das ermöglicht gute Filterung und Reporting. Professionelles Setup.

Markt-Verteilung (aus Kampagnennamen abgeleitet)

Die Kampagnen decken folgende Märkte ab: DE, SE, NO, DK, FR, CH, AT, IT, ES, NL, PT, HR, FI, BE, PL, HU, CZ

Auffällig: Schweden (SE) und Norwegen (NO) gehören zu den größten Spend-Märkten — ungewöhnlich für einen deutschen Gastronomiebedarf-Händler. Das spricht für eine bewusste Nordics-Strategie.

CSS vs. GSE GUT

Viele Shopping-Kampagnen laufen parallel in CSS- und GSE-Varianten: - CSS (Comparison Shopping Service): Günstigere CPCs durch CSS-Partner - GSE (Google Shopping Europe): Standard Google Shopping

Das Dual-Setup ist Best Practice und zeigt professionelles Shopping-Management.

Catch-All vs. Segmented

Die meisten PMax-Kampagnen sind "catch-all" — das heißt, sie decken das gesamte Produktsortiment ab. Es gibt vereinzelt segmentierte Kampagnen (z.B. "moebel", "low-sku-zombie"), aber die Granularität könnte höher sein.

GA4-Perspektive: Paid Search & Shopping Performance

Channel-Performance (GA4 Apr–Dez 2025)

Kanal Sessions Revenue Rev/Session YoY Sessions YoY Revenue
Paid Search 1.584.685 €17.542.696 €11,07 +44,7% -4,1%
Paid Shopping 2.134.145 €8.137.072 €3,81 +69,9% +82,2%
Cross-network 980.649 €3.351.562 €3,42 +12,0% +11,0%

Paid Search: Mehr Traffic, weniger Revenue KRITISCH

Paid Search wuchs um +44,7% bei Sessions, aber der Revenue sank um -4,1%. Das bedeutet: - Revenue/Session fiel dramatisch - Möglicherweise wird in weniger profitable Keywords investiert - Oder die Conversion Rate der Paid-Search-Landingpages hat sich verschlechtert

Paid Shopping: Starkes Wachstum GUT

+69,9% Sessions und +82,2% Revenue — Paid Shopping skaliert profitabel. Revenue/Session ist mit €3,81 jedoch niedrig, was typisch für Shopping-Traffic ist (höheres Volumen, niedrigerer Warenkorbwert).

Funnel-Performance nach Paid-Kanal (GA4)

Kanal Items Viewed Add-to-Cart-Rate Checkout-Rate Purchase-Rate Transactions
Paid Search 3.495.611 32,5% 99,7% 71,5% 65.698
Paid Shopping 4.962.423 17,0% 56,9% 68,2% 49.914
Cross-network 2.031.618 15,2% 65,4% 58,2% 15.520
Paid Social 524.954 6,9% 56,7% 48,1% 1.799

Paid Search hat die beste Add-to-Cart-Rate (32,5%) — Nutzer kommen mit klarer Kaufabsicht. Paid Social hat die schlechteste (6,9%) — erwartungsgemäß, da Awareness-Kanal.

Tracking-Validierung KRITISCH — Ursachen identifiziert

Der Google Ads ROAS von 28,41x (Gesamt, 27 Monate) ist massiv überhöht. Die Econda/PMK-Validierung (Q1 2026, 3 Monate) zeigt einen realen ROAS von ca. 3,3x — ein Faktor von ~8,6x zwischen Google-Reporting und Realität. Hinweis: Die verglichenen Zeiträume sind unterschiedlich lang (27 vs. 3 Monate). Der exakte Faktor kann saisonal schwanken, die Richtung (massive Überhöhung) ist eindeutig.

Identifizierte Ursachen (validiert über Econda/PMK, Q1 2026)

Ursache Beitrag Details
Ghost-Kampagnen ~75% der Inflation 11 pausierte Kampagnen mit €0 Spend zeigen insgesamt ~€600M Conversion-Wert im Reporting. Wahrscheinlichster Mechanismus: View-Through-Attribution oder historische Klickfenster. Die €600M sind im Google Ads Reporting sichtbar — der genaue Attributionspfad sollte auf Kampagnenebene verifiziert werden.
Brand-Überschätzung Signifikant Brand-Kampagnen zeigen ROAS von 101x–1.170x. Nutzer die „lusini" googeln, hätten auch ohne Anzeige gekauft — Google attribuiert den Kauf trotzdem der Anzeige.
Attributionsmodell-Differenz ~1,8x Faktor Google Ads nutzt Data-Driven Attribution (verteilt auf alle Touchpoints), Econda nutzt Last-Non-Direct (zählt nur den letzten Marketing-Kontakt). Dieser Unterschied ist branchenüblich und kein Fehler.

Wichtig: Das Conversion-Tag selbst feuert korrekt. Das Problem liegt nicht im technischen Tracking, sondern in der Attribution und den Ghost-Kampagnen.

Empfehlung: (1) Die 11 Ghost-Kampagnen löschen, (2) Econda/PMK als maßgebliche Umsatzquelle für Budget-Entscheidungen etablieren, (3) Google Ads Conv.-Wert nur als internes Optimierungssignal innerhalb Google Ads nutzen.

Brand-Kannibalisierung KRITISCH

Das Problem

37 Brand-Search-Kampagnen generieren 524.225 Sessions und €12,4M Revenue (€23,71/Session). Diese Kampagnen bieten auf Begriffe wie "lusini", "pulsiva", "vega" — also Marken, die Lusini gehören.

Kampagne Sessions Revenue
sea-brand_de_lusini-brand-exact 81.751 €3.024.812
ggl_brand_de_search_lusini 48.313 €1.452.842
ggl_brand_ch-de_search_lusini 21.344 €787.454
sea-brand_fr_lusini-brand 17.888 €642.476
ggl_brand_fr_search_lusini 18.434 €629.276
sea-brand_at_lusini-brand-exact 16.654 €620.390
sea-brand_de_lusini-brand-produkte 22.388 €618.129
sea-brand_de_vega-brand-exact 13.222 €431.346
... (29 weitere) ... ...

Kosten-Analyse (Suchbegriffe-Report)

Der Suchbegriffe-Report (35,6M Zeilen) bestätigt das Problem:

  • Brand-Spend insgesamt: €771.680 (9,2% des analysierten Spend von €8,4M)
  • Brand in Shopping/PMax: Zusätzlich €297.789 — hier werden Brand-Suchanfragen über Shopping-Kampagnen bedient, was teurer ist als dedizierte Brand-Search-Kampagnen
Shopping/PMax Brand-Spend Markt Spend Clicks
DE Shopping CSS €80.909 61.761
SE Shopping CSS €53.914 4.118
DE Shopping €35.947 21.543
FR Shopping CSS €33.616 25.063

Gesamt-Brand-Spend (Search + Shopping/PMax): ~€1.070.000 (gemessen im 15-Monats-Suchbegriffe-Report, der €8,4M von €28M Gesamtspend abdeckt). Hochgerechnet auf den Gesamtaccount liegt der Brand-Spend bei ~€2M pro Jahr.

Gleichzeitig zeigt GSC, dass "lusini" und Varianten organisch auf Position 1,0–1,2 stehen mit CTRs von 10–27%.

Realistische Schätzung: Bei organischer Position 1 können erfahrungsgemäß 30–40% des Brand-Spends eingespart werden → €400K–800K Einsparpotenzial pro Jahr. Eine höhere Einsparung (60–70%) ist unrealistisch, weil Wettbewerber (GGM Gastro, Metro, Amazon Business) auf Lusini-Markenbegriffe bieten — ohne eigene Brand-Ads würde ein Teil dieser Klicks an Wettbewerber fließen. Der genaue Wert muss per A/B-Test ermittelt werden.

Warum Brand-Bidding trotzdem teilweise sinnvoll ist

  • Schutz vor Wettbewerber-Bidding (z.B. Metro, Vega-Konkurrenz)
  • Kontrolle über Messaging (Sitelinks, Promotions)
  • SERP-Dominanz (organisch + paid = doppelte Sichtbarkeit)

Empfehlung

Brand-Bidding nicht komplett abschalten, aber: 1. A/B-Test: Brand-Ads in einem Markt für 4 Wochen pausieren, Organic-Traffic beobachten 2. Brand-Exclusion in PMax: PMax greift ebenfalls auf Brand-Queries zu — das ist teurer als dedizierte Brand-Kampagnen 3. Bid-Reduktion: CPCs auf Brand-Keywords senken (Ziel: Position 1 zum Minimum-CPC)

Markt-Effizienz-Vergleich (Google Ads)

Markt Spend ROAS (Ads) Bewertung
DE (Shopping + Search) €7.367K 6,5–13,3x GUT
SE (Shopping + Search) €6.625K 4,4–11,1x WARNUNG Höchster Spend nach DE
NO (Shopping + Search) €5.368K 5,9–13,2x GUT
FR (Shopping + Search) €2.076K 5,0–23,7x GUT
DK (Shopping + Search) €1.797K 3,6–10,1x WARNUNG
CH (Shopping + Search) €1.559K 5,2–12,9x GUT
AT (Shopping + Search) €1.253K 4,7–12,9x GUT
IT (Shopping + Search) €706K 5,9–49,0x WARNUNG ROAS-Werte unplausibel
NL (Shopping + Search) €554K 4,1–8,4x WARNUNG
ES (Shopping + Search) €284K 4,0–12,5x GUT
PT €115K 2,5–2,6x KRITISCH Wahrscheinlich unprofitabel

Auffällig: Schweden und Norwegen zusammen machen €12M Spend aus — fast so viel wie Deutschland (€7,4M). Das ist eine sehr aggressive Nordics-Strategie.

Nordics Deep-Dive: SE + NO WARNUNG

Schweden und Norwegen zusammen sind der zweitgrößte Spend-Block nach Deutschland:

Markt Shopping CSS Shopping GSE/PMax Search Summe
Schweden €2.939K (5,3x) €2.610K (4,4x) + €1.804K (4,4x) €1.076K (11,1x) €8.429K
Norwegen €2.132K (6,3x) €2.414K (5,9x) + €1.649K (5,7x) €821K (13,2x) €7.016K

Beobachtungen: - Dual-Account-Struktur: Für beide Länder laufen CSS- und GSE-Kampagnen parallel, plus separate PMax-Kampagnen — das ist professionell, erzeugt aber hohe Komplexität - Shopping ROAS 4,4–6,3x: Optisch akzeptabel, aber im Kontext des 15x-Tracking-Faktors möglicherweise real nur 0,3–0,4x - Search ROAS 11–13x: Deutlich besser als Shopping — hier liegt die Effizienz - Catch-All-Struktur: Fast alle PMax-Kampagnen sind "catch-all" — keine Segmentierung nach Produktkategorie oder Marge

Kernfrage: Ist der €15,4M Nordics-Spend profitabel? Ohne verlässliches Conversion Tracking lässt sich das nicht beantworten. Die Nordics-Strategie muss nach dem Tracking-Fix als erstes re-evaluiert werden.

Empfehlung: Nach Tracking-Fix sofort Profitabilitätsanalyse pro Nordics-Kampagne. Bei realem ROAS <3x: Budget umschichten nach DACH/FR.

Nordic CPC-Problem (Suchbegriffe-Report) KRITISCH

Die Suchbegriff-Analyse offenbart ein massives CPC-Problem in den Nordics:

Region Shopping/PMax Spend Clicks Ø CPC
Nordics (SE/NO/DK) €3.590.240 562.708 €6,38
DACH (DE/AT/CH) €2.172.721 2.761.210 €0,79

Nordic Ø CPC ist 8,1x höher als DACH (€6,38 vs. €0,79). Dieser Durchschnitt wird allerdings von extremen Ausreißern nach oben verzerrt — der Median-CPC dürfte deutlich niedriger liegen. Trotzdem: Für dasselbe Budget bekommt Lusini in DACH signifikant mehr Clicks.

Kontext, der den Vergleich relativiert: - Nordische AOVs können höher sein — wenn der durchschnittliche Warenkorb in SE/NO über dem DACH-Wert liegt, sind höhere CPCs bei gleicher Marge akzeptabel - Wettbewerbsdichte ist in Nordics anders — weniger lokale Konkurrenz, aber internationaler Wettbewerb um wenige Suchanfragen - Ohne CPA/CPO-Betrachtung ist ein reiner CPC-Vergleich irreführend — entscheidend ist der Cost per Order, nicht der Cost per Click

Was trotzdem kritisch ist — die extremen Ausreißer: - "utrustning restaurangkök" (SE Shopping): €2.179 pro Klick - "möbler för företag" (SE Shopping): €1.312 pro Klick - "storköks" (SE Shopping): €1.061 pro Klick - "utemöbler företag" (SE Shopping): €379 pro Klick bei 15 Klicks = €5.690 Spend

Selbst bei hohen Nordics-AOVs: kein einzelner Klick sollte >€50 kosten — bei einem AOV von €252 und einer Shopping-Conversion-Rate von ~2% kostet eine Bestellung bei €50/Klick bereits €2.500. Diese Ausreißer sind nicht durch Marktunterschiede erklärbar, sondern durch fehlende CPC-Caps bei aggressivem Bidding.

Mögliche Ursachen für die Ausreißer: 1. Maximize Conversion Value ohne CPC-Caps: Smart Bidding bietet aggressiv in Low-Volume-Auktionen 2. Dünnes Keyword-Volumen: Wenige Suchanfragen → Google bietet extrem hoch für einzelne Auktionen 3. PMax ohne Kontrolle: PMax hat keine Keyword-Level-Steuerung

Empfehlung: Sofort CPC-Caps für Nordics-Shopping einführen (z.B. max. €10/Klick). Parallel: CPO-Analyse auf Kampagnenebene durchführen, um die Nordics-Profitabilität fair zu bewerten — nicht nur auf CPC-Basis.

Display-Performance KRITISCH

Markt Display Spend ROAS
DE €41.645 1,2x
FR €39.386 9,1x
AT €26.446 0,3x
CH €22.834 1,0x
SE €17.844 0,1x
HR €9.268 0,4x
IT €4.929 0,0x

Display ist in fast allen Märkten unprofitabel. Ausnahme: Frankreich (9,1x ROAS — vermutlich Retargeting). Empfehlung: Display in AT, SE, HR, IT sofort pausieren.

Microsoft/Bing Ads FEHLENDE DATEN

GA4 zeigt Bing CPC als signifikanten Revenue-Treiber: - 150.127 Sessions - €3.548.920 Revenue - €23,64 Revenue/Session — besser als Google CPC (€11,07)!

Die Bing Ads Daten fehlen in diesem Audit, da sie in einem separaten Microsoft Ads Account liegen. Ein separater Export und eine Analyse werden empfohlen — die hohe Revenue-Effizienz deutet auf Skalierungspotenzial hin.

Suchbegriff-Analyse (35,6M Datensätze) NEU

Übersicht

Metrik Wert
Analysierte Suchbegriffe 35.642.546 Zeilen
Zeitraum Jan 2025 – Mär 2026 (15 Monate)
Gesamt-Spend (im Report) €8.373.446
Gesamt-Klicks 46.595.894
Ø CPC €0,18

Hinweis zum Zeitraum: Der Suchbegriffe-Report deckt 15 Monate ab (Jan 2025 – Mär 2026), während der Kampagnenbericht 27 Monate umfasst (Jan 2024 – Mär 2026). Daher zeigt er nur €8,4M von €28M Gesamtspend. Die relativen Verhältnisse (CPC-Vergleiche, Brand-Anteil, Match-Type-Verteilung) sind trotzdem valide und repräsentativ.

Spend-Verteilung nach Kampagnentyp

Kampagnentyp Spend Klicks Ø CPC
Performance Max €5.005.629 7.554.924 €0,66
Search €1.731.908 3.849.003 €0,45
Shopping (Standard) €1.635.910 8.137.825 €0,20

PMax dominiert auch auf Suchbegriff-Ebene (60% des Spends), aber mit dem höchsten CPC (€0,66). Standard-Shopping hat den niedrigsten CPC (€0,20) bei den meisten Klicks.

Top Suchbegriffe nach Spend

Suchbegriff Spend Clicks CPC Markt Typ
lusini €57.336 183.941 €0,31 DE Brand
vega €26.041 1.816 €14,34 SE Brand
lusini deutschland gmbh €24.311 26.597 €0,91 DE Brand
vega €23.732 26.561 €0,89 FR Brand
lusini (Shopping) €21.339 1.037 €20,58 SE Brand
lusini €17.942 54.206 €0,33 FR Brand
vega €13.991 29.446 €0,48 DE Brand

Beobachtung: Die teuersten Suchbegriffe sind fast ausschließlich Branded — €57K allein für "lusini" in DE Search. In Schweden kostet "lusini" als Shopping-Suchbegriff €20,58 pro Klick (vs. €0,31 in DE Search).

Match-Type-Verteilung

Match Type Spend Klicks Ø CPC
Performance Max €5.005.629 2.336.844 €2,14
Genau passend (Exact) €2.839.482 3.814.531 €0,74
Passende Wortgruppe (Phrase) €90.350 79.985 €1,13
Weitgehend passend (Broad) €143.069 119.752 €1,19
Ähnliche Varianten (Exact) €130.405 121.974 €1,07
Ähnliche Varianten (Phrase) €161.294 115.884 €1,39

PMax-Traffic hat den höchsten effektiven CPC (€2,14) — 2,9x teurer als Exact Match Search. Das unterstreicht die mangelnde Kontrolle bei PMax.

Wasted Spend: CPC-Ausreißer

20 Suchbegriffe mit CPC >€300 (alle in SE/NO Shopping):

Suchbegriff CPC Markt
utrustning restaurangkök €2.179 SE
möbler för företag €1.312 SE
storköks €1.061 SE
möbler företag €808 SE
köpa möbler till företaget €771 SE
loungeset billigt €638 SE

Ein einzelner Klick auf "utrustning restaurangkök" kostet mehr als 8 durchschnittliche Bestellungen (AOV €252).

Keyword-Portfolio-Audit (143K Keywords) NEU

Datengrundlage

Analysiert wurden alle 143.445 Keywords aus dem Google-Ads-Keyword-Report (Jan 2024 – Mär 2026). Davon hatten 4.057 Keywords tatsächlichen Spend (€2,5M auf Keyword-Ebene). Alle Kosten in EUR umgerechnet.

Hinweis: Die €2,5M Keyword-Spend decken nur Search-Kampagnen ab — PMax und Shopping werden auf Keyword-Ebene nicht separat ausgewiesen. Die Erkenntnisse gelten daher primär für Search-Kampagnen.

Spend-Verteilung nach Match Type

Match Type Spend (EUR) Anteil ROAS Conv. Rate
Broad (Weitgehend) €1.162.197 46,5% 5,13x 1,9% (Non-Brand)
Exact (Genau) €900.044 36,0% 42,95x 10,4% (Brand) / 3,4% (Non-Brand)
Phrase (Wortgruppe) €439.251 17,6% 7,42x 5,4% (Brand) / 1,3% (Non-Brand)

Kernerkenntnis: Broad Match verbraucht fast die Hälfte des Budgets bei nur 5,13x ROAS. Exact Match hat 42,95x — allerdings stark durch Brand-Keywords getrieben. Non-Brand Phrase Match ist mit 3,50x ROAS und 1,3% Conversion Rate das schwächste Segment.

Brand vs. Non-Brand Split

Segment Spend (EUR) Anteil ROAS CPA
Brand €931.073 37,2% 43,49x €6,70
Non-Brand €1.570.419 62,8% 4,71x €52,30

Brand-Keywords sind 9,2x effizienter als Non-Brand. Der Non-Brand CPA von €52,30 ist bei einem AOV von ~€240 akzeptabel (ROAS 4,71x), aber es gibt große Unterschiede nach Markt.

Non-Brand-Effizienz nach Markt KRITISCH

Markt Non-Brand Spend ROAS CPA Status
DE €946K 5,08x €45,80 GUT
CH-DE €183K 4,82x €49,20 GUT
AT €148K 4,33x €51,70 GUT
FR €130K 3,57x €98,90 WARNUNG
ES €28K 2,34x €118,40 KRITISCH
PT €15K 0,99x €62,40 KRITISCH

Portugal Non-Brand ist break-even (0,99x ROAS) — jeder investierte Euro bringt gerade €0,99 zurück. Bei Berücksichtigung von COGS ist das ein Verlustgeschäft. Spanien Non-Brand hat einen CPA von €118 — bei 2,34x ROAS grenzwertig. Frankreich Non-Brand ist mit CPA €99 ebenfalls auffällig hoch.

Waste-Analyse

Gesamter identifizierbarer Waste: ~€76.600 (3,1% des Keyword-Spends)

Waste-Kategorie Spend (EUR) Details
Keywords mit 0 Conversions €41.272 1.541 Keywords — davon €38.545 Non-Brand
Keywords mit ROAS < 1,0x €76.188 Erzeugen nur €40.875 Conv.-Wert = €35.313 netto Verlust

Top Verlust-Keywords:

Keyword Markt Spend Conv.-Wert Verlust ROAS
vega sonnenschirm DE €14.385 €5.700 -€8.685 0,40x
Diverse PT Non-Brand PT €15.395 €15.280 -€115 0,99x
artigos hotelaria PT €2.890 €0 -€2.890 0,00x
material hoteleiro PT €1.340 €0 -€1.340 0,00x

Top Non-Brand Keywords (echte generische Gewinner)

Keyword Markt Conv.-Wert ROAS CPA
gastrobedarf DE €93K 3,6x €48
gastronomiebedarf DE €90K 6,8x €35
gläser für gastronomie DE €80K 6,0x €40
hotelbettwäsche DE €75K 5,0x €48
gartenliege DE €12K 62,5x €1,90
hotel kissen DE €8K 47,7x €5,10
restaurangmöbler NO €6K 26,5x €9,20

Die Core-Keywords (Gastrobedarf, Geschirr, Bettwäsche) haben soliden ROAS. Long-Tail-Keywords wie „gartenliege" und „hotel kissen" sind extrem effizient — hier liegt Skalierungspotenzial.

Bidding-Analyse

Bidding-Art Keywords Spend ROAS
Automatisch (Max CPC = "--") 71,5% 99,1% des Spends variabel
Manuell (Max CPC gesetzt) 28,5% €21.355 (0,9%) 29,73x

Nahezu der gesamte Spend wird automatisch gesteuert. Manuelle Bids werden kaum eingesetzt und haben dort, wo sie existieren, einen hohen ROAS — allerdings bei marginalem Volumen. Der Median der manuellen Bids liegt bei €0,42, 94,8% unter €1,00.

Konkrete Empfehlungen aus dem Keyword-Audit

# Maßnahme Erwarteter Impact
1 PT Non-Brand pausieren — ROAS 0,99x ist unter Break-Even €15K Spend sofort einsparen
2 ES Non-Brand eingrenzen — CPA €118, ROAS 2,34x CPA halbieren oder Budget umschichten
3 FR Non-Brand Keywords prüfen — CPA €99 ist doppelt so hoch wie DE Keyword-Liste bereinigen, Negatives hinzufügen
4 „vega sonnenschirm" pausieren — einzelnes Keyword mit -€8.685 Verlust Sofortiger Waste-Stopp
5 Non-Brand Phrase Match prüfen — 1,3% Conv. Rate, 3,50x ROAS Schwache Keywords zu Exact migrieren oder pausieren
6 Broad Match Budget begrenzen — 46,5% des Spends bei nur 5,13x ROAS Schrittweise Shift zu Exact Match + Negatives
7 Long-Tail-Keywords skalieren — „gartenliege" (62,5x), „hotel kissen" (47,7x) Mehr Budget in hocheffiziente Nischen

SEA-Bewertung Gesamtübersicht

Dimension Bewertung Begründung
Budget-Volumen GUT €28M+ Spend — signifikante Investition
Account-Struktur GUT Klare Naming Convention, Multi-Market, CSS/GSE
PMax-Anteil WARNUNG 61,5% in PMax — zu wenig Kontrolle und Transparenz
Search-Effizienz KRITISCH +44,7% Sessions, -4,1% Revenue — Effizienz sinkt
Shopping-Performance GUT Starkes Wachstum, CSS-Setup professionell
Conversion Tracking KRITISCH Google Ads ROAS 28,4x vs. realer ROAS 3,3x (Econda/PMK). Ursachen identifiziert: Ghost-Kampagnen, Brand-Inflation, Attributionsmodell-Differenz. Econda/PMK als Single Source of Truth empfohlen.
Demand Gen / Display WARNUNG Minimal investiert (<0,5%) — Potenzial für Upper Funnel

ROAS: Google Ads Reported vs. Econda/PMK Real

Kapitel 5

5. Display & Video

Google Display Network (Google Ads, Jan 2024 – Mär 2026)

Gesamtperformance

Metrik Wert Status
Gesamtspend (Kampagnentyp „Display") €34.723 Minimal
Gesamtspend (alle Display-Kampagnen nach Markt) ~€162.000 Gering
ROAS (Google Ads) 2,31x KRITISCH
Kampagnen 156 (davon kaum aktiv)

Hinweis: Die €34.723 beziehen sich auf den Kampagnentyp „Display" im Google Ads Kampagnen-Overview. Die marktspezifische Aufschlüsselung unten (~€162K) umfasst zusätzlich Display-Anteile aus anderen Kampagnentypen (z.B. PMax-Display-Placements).

Display nach Markt

Markt Spend ROAS Status
DE €41.645 1,2x KRITISCH
FR €39.386 9,1x GUT
AT €26.446 0,3x KRITISCH
CH €22.834 1,0x KRITISCH
SE €17.844 0,1x KRITISCH
HR €9.268 0,4x KRITISCH
IT €4.929 0,0x KRITISCH

Hinweis: Der ROAS von 9,1x in Frankreich ist ein Ausreißer — wahrscheinlich handelt es sich um eine Retargeting-Kampagne, die Last-Click-Conversions von anderen Kanälen zugeordnet bekommt.

Bewertung KRITISCH

Display ist in 6 von 7 Märkten unprofitabel. Der Gesamtspend ist mit ~€162K über alle Märkte minimal (0,6% des Gesamtbudgets), aber das Geld ist trotzdem verschenkt.

Grundproblem: Klassisches Display-Advertising (Banner) hat im B2B-E-Commerce traditionell niedrige Performance. Die Nutzer sind im Kaufprozess nicht auf Display-Netzwerk-Seiten unterwegs.

GA4-Perspektive: Display-Kanal

Metrik Wert Status
Sessions 18.118 Minimal
Revenue €26.283 Minimal
Rev/Session €1,45 KRITISCH
YoY Sessions +59,5%
Add-to-Cart-Rate 9,2% KRITISCH
Purchase-Rate 58,3% WARNUNG

Criteo Retargeting (aus GA4)

Metrik Wert Status
Sessions 98.823
Revenue €185.579
Rev/Session €1,88 WARNUNG

Criteo läuft als separates Retargeting-System. Ohne Zugriff auf das Criteo-Dashboard können wir Spend und echten ROAS nicht bewerten. Die €186K Revenue bei unbekanntem Spend könnten profitabel sein (Retargeting hat typisch ROAS 5–10x), aber das ist Spekulation.

Empfehlung: Criteo-Zugriff einrichten und Retargeting-ROAS validieren.

Demand Gen (ehem. Discovery)

Metrik Wert Status
Spend €121.888 Klein
ROAS (Google Ads) 7,13x WARNUNG
Geschätzter realer ROAS ~2,5–3,5x WARNUNG
Kampagnen 30

Demand Gen zeigt den besten ROAS unter den nicht-Search/Shopping-Kampagnentypen. Allerdings muss der Google-Ads-ROAS von 7,13x um mehrere Faktoren bereinigt werden: - Attributionsmodell (Data-Driven vs. Last-Non-Direct): ~1,8x Überhöhung - Brand-Inflation: Auch Demand Gen profitiert davon, dass ein Teil der erreichten Nutzer ohnehin bei Lusini gekauft hätte — der Brand-Effekt ist nicht auf Search beschränkt - Ghost-Kampagnen: Demand Gen ist als aktive Kampagne nicht direkt betroffen - Geschätzter realer ROAS: ~2,5–3,5x — für einen Upper-Funnel-Kanal akzeptabel, aber nicht [GUT] - Demand Gen greift auf YouTube, Gmail und Discover zu — potenziell interessant für B2B-Awareness

Empfehlung: Demand Gen als Alternative zu Display mit höherem Budget testen — die initialen Werte sind besser als Display, sollten aber per Econda/PMK validiert werden bevor signifikant skaliert wird.

Video (YouTube)

52 Video-Kampagnen sind im Account, aber alle mit €0 Spend im Analysezeitraum. YouTube wird aktuell nicht aktiv bespielt.

GA4 zeigt: - Organic Video: 213 Sessions, €0 Revenue - Paid Video: 66 Sessions, €126 Revenue

Bewertung: YouTube ist für Lusini ein ungenutzter Kanal. Im B2B-Gastronomiebedarf gibt es Content-Potenzial (Produktvorstellungen, Einrichtungsberatung, Koch-Content), aber das erfordert eine dedizierte Video-Strategie.

Empfehlungen

ID Maßnahme Priorität Aufwand
DIS-R01 Display in AT, SE, HR, IT sofort pausieren — ROAS 0,0–0,4x Hoch Minimal
DIS-R02 FR Display als Retargeting-Referenz nutzen — analysieren warum ROAS hier funktioniert Mittel Gering
DIS-R03 Demand Gen Budget erhöhen — bester ROAS unter Non-Search-Typen Mittel Gering
DIS-R04 Criteo-Zugriff einrichten und Retargeting-ROAS validieren Hoch Gering
DIS-R05 YouTube-Strategie evaluieren — B2B-Content-Potenzial prüfen Niedrig Mittel

Display-Bewertung Gesamtübersicht

Dimension Bewertung Begründung
Budget-Allokation GUT Richtigerweise minimal investiert
Performance KRITISCH Unprofitabel in fast allen Märkten
Demand Gen WARNUNG Google Ads ROAS 7,13x → geschätzter realer ROAS ~2,5–3,5x. Besser als Display, aber per Econda validieren
Video/YouTube WARNUNG Komplett ungenutztes Potenzial
Retargeting (Criteo) WARNUNG Nicht bewertbar ohne Spend-Daten
Kapitel 6

6. E-Mail-Marketing

Überblick (GA4, Apr–Dez 2025)

Metrik Wert YoY Status
Sessions 352.435 +5,6% GUT
Revenue €3.471.996 +28,3% GUT
Rev/Session €9,85 +21,5% GUT
Anteil am Channel-Mix 4,6% GUT
Transactions 12.776 GUT

Bewertung

E-Mail ist der effizienteste eigene Kanal (€9,85/Session, nur Direct ist höher). Das Revenue-Wachstum von +28,3% bei nur +5,6% mehr Sessions zeigt, dass die E-Mail-Qualität steigt — höherer AOV oder bessere Conversion.

Funnel-Performance

Metrik Wert
Items Viewed 933.459
Add-to-Cart-Rate 20,8%
Checkout-Rate 111,7%*
Purchase-Rate 67,6%

*Checkout-Rate >100% deutet auf Cross-Session-Conversions hin (Nutzer klickt E-Mail, legt in den Warenkorb, kommt später zurück und kauft).

Stärken

  • Höchster Revenue-Zuwachs aller Kanäle (+28,3%)
  • Gute Add-to-Cart-Rate (20,8%)
  • Stabiles Volumen — kein Rückgang trotz zunehmender Inbox-Konkurrenz

Schwächen / Fehlende Daten

  • Kein Zugang zum ESP (E-Mail-Service-Provider) — Open Rates, Click Rates, Unsubscribe Rates und Automation-Flows konnten nicht analysiert werden
  • Anteil am Channel-Mix (4,6%) hat Potenzial nach oben (Benchmark B2B E-Com: 5–10%)

Empfehlungen

ID Maßnahme Priorität Aufwand
EMAIL-R01 ESP-Zugriff einrichten für tiefere Analyse (Open/Click Rates, Automation-Flows, Segmentierung) Hoch Gering
EMAIL-R02 E-Mail-Anteil am Channel-Mix auf 6–8% steigern durch erweiterte Trigger-Mails (Browse Abandonment, Back-in-Stock, Reorder-Reminder) Mittel Mittel
EMAIL-R03 Segmentierung nach Markt und Kaufverhalten prüfen — Revenue/Session variiert vermutlich stark Mittel Gering
Kapitel 7

7. Social Media

Überblick (GA4, Apr–Dez 2025)

Paid Social

Metrik Wert YoY Status
Sessions 220.534 +27,7% GUT
Revenue €329.432 +35,1% WARNUNG
Rev/Session €1,49 KRITISCH
Transactions 1.799 WARNUNG
Anteil am Channel-Mix 2,9%

Organic Social

Metrik Wert YoY Status
Sessions 97.730 +780,1% GUT
Revenue €84.604 +130,2% WARNUNG
Rev/Session €0,87 KRITISCH
Transactions 147 KRITISCH

Analyse

Paid Social: Awareness ja, Conversion nein WARNUNG

Paid Social generiert das niedrigste Revenue/Session aller Paid-Kanäle (€1,49). Die Funnel-Daten bestätigen: - Add-to-Cart-Rate: 6,9% (vs. 32,5% bei Paid Search) - Purchase-Rate: 48,1% (vs. 71,5% bei Paid Search) - Nur 1.799 Transactions aus 220K Sessions

Das ist für B2B-E-Commerce nicht ungewöhnlich — Social ist ein Awareness-Kanal. Aber bei €329K Revenue muss die Frage gestellt werden, ob der Spend (nicht aus unseren Daten ersichtlich, da Meta/LinkedIn Ads nicht im Google Ads Account) gerechtfertigt ist.

Organic Social: Explosives Wachstum GUT

+780% YoY bei Sessions ist bemerkenswert. Allerdings: - Nur 147 Transactions — fast keine direkte Conversion-Wirkung - €0,87 Rev/Session - Wahrscheinlich durch Content-Marketing oder Influencer-Aktivitäten getrieben

Das Wachstum zeigt, dass Social-Inhalte Resonanz finden. Die Monetarisierung fehlt aber komplett.

Empfehlungen

ID Maßnahme Priorität Aufwand
SOC-R01 Paid Social als reinen Awareness-Kanal managen — ROAS-Ziele durch Assisted Conversions / View-Through ersetzen Hoch Gering
SOC-R02 Meta/LinkedIn Ads Account analysieren (nicht in diesem Audit enthalten — separate Datenquelle nötig) Hoch Mittel
SOC-R03 Organic Social Wachstum nutzen: Content-zu-Commerce-Pfade optimieren (Product Tags, Shop-Integration) Mittel Mittel
SOC-R04 Social Retargeting stärken — Nutzer die über Organic Social kamen per Paid Social mit Produktanzeigen retargeten Mittel Mittel
Kapitel 8

8. Affiliate & Partner

Überblick (GA4, Apr–Dez 2025)

Metrik Wert YoY Status
Sessions 66.544 +63,5% GUT
Revenue €1.342.155 +11,2% GUT
Rev/Session €20,17 GUT
Anteil am Channel-Mix 0,9% WARNUNG

Analyse

Höchste Revenue-Effizienz aller Kanäle GUT

Mit €20,17 Revenue/Session ist Affiliate der effizienteste Kanal überhaupt — sogar vor Direct (€14,67). Das deutet auf: - Hochqualifizierten Traffic von spezialisierten Partnern - Nutzer mit klarer Kaufabsicht (B2B-Vergleichsportale, Branchenmedien)

Funnel-Performance

Metrik Wert
Add-to-Cart-Rate 31,9%
Checkout-Rate 149,3%*
Purchase-Rate 70,6%
Transactions 2.918

*Checkout-Rate >100% = Cross-Session-Attribution

Unterdimensioniert WARNUNG

Trotz bester Effizienz macht Affiliate nur 0,9% des Channel-Mix aus. Das ist deutlich unter dem B2B-E-Commerce-Benchmark von 3–8%. Hier liegt erhebliches Skalierungspotenzial.

Empfehlungen

ID Maßnahme Priorität Aufwand
AFF-R01 Affiliate-Programm ausbauen: mehr Partner in allen Märkten rekrutieren Hoch Mittel
AFF-R02 B2B-spezifische Affiliate-Partner identifizieren (Gastro-Branchenmedien, Vergleichsportale, Einkaufsberater) Hoch Mittel
AFF-R03 Ziel: Affiliate-Anteil von 0,9% auf 3–5% steigern Strategisch
Kapitel 9

9. Direct & Referral Traffic

Direct Traffic (GA4, Apr–Dez 2025)

Metrik Wert YoY Status
Sessions 545.105 +7,3% GUT
Revenue €7.998.299 -12,0% WARNUNG
Rev/Session €14,67 GUT
Anteil am Channel-Mix 7,1%
Transactions 29.752

Analyse

Direct Traffic ist ein Indikator für Brand-Stärke — Nutzer, die die URL direkt eingeben oder über Bookmarks kommen. Das Revenue sinkt um -12% YoY, obwohl Sessions leicht wachsen. Das deutet auf:

  • Sinkender AOV bei Direktkunden
  • Bestandskunden, die weniger bestellen
  • Möglicherweise Attribution-Verschiebung zu anderen Kanälen (z.B. PMax übernimmt Brand-Traffic)

Die hohe Rev/Session (€14,67) bestätigt: Direct-Nutzer sind loyal und kaufstark.

Funnel-Performance

Metrik Wert
Add-to-Cart-Rate 31,8%
Checkout-Rate 108,9%
Purchase-Rate 73,4%

Hervorragende Funnel-Performance — diese Nutzer kennen das Sortiment und kaufen gezielt.

Referral Traffic (GA4, Apr–Dez 2025)

Metrik Wert YoY Status
Sessions 73.782 +31,7% GUT
Revenue €590.117 -65,4% KRITISCH
Rev/Session €8,00 WARNUNG
Anteil am Channel-Mix 1,0%

Analyse KRITISCH

Revenue aus Referral ist um -65,4% eingebrochen, obwohl Sessions um +31,7% stiegen. Das ist der stärkste Revenue-Rückgang aller Kanäle.

Ursache identifiziert (siehe Kapitel 2, Abschnitt „Interner und CRM-Traffic"): Der Referral-Kanal wird durch interne Quellen massiv verzerrt: - CRM (Dynamics): €828K Revenue — Bestellungen des internen Vertriebsteams - Nunami: €389K Revenue — On-Site-Personalisierungs-Tool - Teams: €88K Revenue — interne Links

Diese ~€1,3M internes Revenue übersteigen das gesamte Referral-Revenue von €590K. Das bedeutet: Nahezu das gesamte „Referral"-Revenue stammt aus internen Quellen, nicht von externen Partnern. Der scheinbare -65,4% Drop ist primär eine Attribution-Verzerrung, kein Partnereinbruch.

Empfehlung: CRM, Nunami und Teams in der Referral-Exclusion-Liste als interne Quellen markieren (siehe Kap. 13, QW-08).

Empfehlungen

ID Maßnahme Priorität Aufwand
DIR-R01 Direct Revenue-Rückgang untersuchen: AOV-Entwicklung, Bestandskunden-Kohortenanalyse Hoch Gering
DIR-R02 Prüfen ob PMax Brand-Traffic aus Direct abzieht (Brand-Exclusion-Test) Hoch Gering
REF-R01 Referral-Revenue-Einbruch analysieren: Top-Quellen und deren YoY-Entwicklung Hoch Gering
REF-R02 Strategische Referral-Partnerschaften aufbauen (B2B-Marktplätze, Branchenportale) Mittel Mittel
Kapitel 10

10. On-Site-Verhalten & Conversion-Funnel (Econda)

Besucherübersicht

Segment Besuche Bestellungen Umsatz Conv. Rate Bounce Rate AOV Seiten/Besuch
Wiederkehrende Besucher 834.205 36.876 €10.920.722 4,42% 45,9% €296 7,8
Neue Besucher 1.387.684 29.568 €5.772.406 2,13% 43,6% €195 6,2
Anonymisierte Besucher 1.066.604 22.725 €5.071.282 2,13% 48,1% €223 6,5

Gesamt: 3.288.826 Besuche, 89.171 Bestellungen, €21.764.681 Umsatz

Bewertung

  • Wiederkehrende Besucher konvertieren 2x besser (4,42% vs. 2,13%) und haben einen 52% höheren AOV (€296 vs. €195) GUT
  • Bounce Rate liegt bei 43–48% über alle Segmente GUT — B2B-Benchmark liegt bei 40–55%
  • Anonymisierte Besucher machen 32% aus — hoher Anteil, der auf Cookie-Consent-Verluste hinweist WARNUNG

Kaufprozess-Funnel (Econda)

Stufe Besuche (unique) Ausstiege Ausstiegsquote Status
1. Login 74.694 2.932 3,9% GUT
2a. Konto anlegen 14.045 361 2,6% GUT
2b. Gastbestellung 38.113 914 2,4% GUT
3. Adresseingabe 48.970 1.924 3,9% GUT
4. Zahlungsoptionen 67.890 1.801 2,7% GUT
4a. Zahlung fehlgeschlagen 7.593 1.626 21,4% KRITISCH
5a. Bestellübersicht 94.088 7.720 8,2% WARNUNG
5b. Bestellübersicht PayPal 8.501 348 4,1% GUT
6. Bestellbestätigung 97.792 77.740 79,5% Normal (Endstufe)

Kritische Funnel-Stellen

1. Fehlgeschlagene Zahlungen: 21,4% Ausstieg KRITISCH

Datenquelle und Herleitung

Die Zahl stammt aus dem Econda-Kaufprozess-Export (kaufprozess.csv). Econda trackt jeden Schritt im Checkout als eigene Funnel-Stufe. Die Stufe 4a_Zahlungsoptionen_weil_extern_fehlgeschlagen erfasst Besucher, die nach einer fehlgeschlagenen externen Zahlung (PayPal, Kreditkarte, Klarna etc.) zurück zur Zahlungsauswahl geleitet werden.

Rohdaten aus Econda Wert
Besuche (unique) auf Stufe 4a 7.593
Ausstiege von Stufe 4a 1.626
Ausstiegsquote 21,41% (= 1.626 / 7.593)
Ø Viewtime auf dieser Stufe 82,6 Sek. (deutlich höher als andere Stufen — Nutzer sind frustriert/orientierungslos)
Ø Seitenaufrufe danach 1,48 (kaum Weiternavigation nach dem Fehler)

Was wir nicht wissen: Econda erfasst nur, dass eine externe Zahlung fehlschlug — nicht welche Zahlungsart und nicht warum. Ob es abgelehnte Kreditkarten, PayPal-Timeouts, 3D-Secure-Abbrüche oder Klarna-Ablehnungen sind, lässt sich aus den vorliegenden Daten nicht bestimmen. Dafür ist eine Fehleranalyse der Payment-Provider (PSP-Logs) nötig.

Impact-Rechnung

1.626 verlorene Bestellungen × Ø AOV ~€240 = ~€390K theoretisch entgangener Umsatz im Analysezeitraum (Q1 2026, 3 Monate). Hochgerechnet auf ein Jahr: ~€1,56M brutto.

Realistisches Recovery-Potenzial: Nicht alle Abbrecher sind rettbar — ein Teil hat keine Kartendeckung, bewusst abgebrochen oder hätte auch mit besserer UX nicht konvertiert. Bei einer realistischen Recovery-Rate von 40–60% ergibt sich ein tatsächliches Potenzial von €600K–950K/Jahr. Das bleibt einer der größten Quick Wins im Audit.

Auswirkung auf die Conversion Rate

Die Gesamt-Conversion-Rate (Bestellungen / Besuche) liegt bei 2,13% (Neue Besucher) bis 4,42% (Wiederkehrende). Ohne die Zahlungsabbrüche wäre sie höher:

Szenario Bestellungen Conv. Rate (gesamt) Delta
Ist (mit Abbrüchen) 89.171 2,71%
Wenn 50% der Abbrecher gerettet würden 89.984 2,74% +0,03 PP
Wenn 80% der Abbrecher gerettet würden 90.472 2,75% +0,04 PP

Der Effekt auf die Gesamt-Rate ist moderat, weil 7.593 fehlgeschlagene Zahlungen im Vergleich zu 3,29M Gesamtbesuchen ein kleiner Anteil sind. Der Hebel liegt im absoluten Euro-Wert: Diese Nutzer hatten bereits den gesamten Checkout durchlaufen und waren kaufbereit — sie zu verlieren ist besonders teuer.

Zum Vergleich mit anderen Checkout-Stufen:

Stufe Ausstiege Ausstiegsquote Entgangener Umsatz (geschätzt)
4a. Zahlung fehlgeschlagen 1.626 21,4% ~€390K
5a. Bestellübersicht 7.720 8,2% ~€1,85M
Passwort vergessen 1.549 25,6% ~€372K

Die Bestellübersicht (Stufe 5a) hat zwar eine niedrigere Quote, aber absolut die meisten Ausstiege und den höchsten geschätzten Umsatzverlust.

Empfehlungen: - Sofort: Fehleranalyse der Payment-Provider-Logs (PSP) — welche Zahlungsmethode scheitert wie oft und warum? - Sofort: Bessere Fehlermeldungen mit klarer Handlungsanleitung („Ihre Kreditkarte wurde abgelehnt. Versuchen Sie es mit PayPal oder Rechnungskauf.") - Kurzfristig: Alternative Zahlungsmethode prominent anbieten direkt auf der Fehlerseite - Kurzfristig: Retry-Mechanismus implementieren (automatischer Neuversuch nach kurzer Wartezeit)

2. Bestellübersicht: 8,2% Ausstieg WARNUNG

7.720 Nutzer verlassen den Checkout auf der Bestellübersicht-Seite — dem letzten Schritt vor der Bestellung. Das ist die teuerste Ausstiegsstelle, da diese Nutzer den gesamten Funnel durchlaufen haben.

Mögliche Ursachen: - Versandkosten-Schock (werden erst hier sichtbar?) - Lieferzeit-Überraschung - Fehlendes Vertrauen (Siegel, Garantien) - Technische Probleme beim finalen Button

Zum Vergleich: PayPal-Bestellübersicht hat nur 4,1% Ausstieg — PayPal-Nutzer sind commiteter.

3. Passwort vergessen: 25,6% Ausstieg

6.056 Besucher nutzten die Passwort-vergessen-Funktion, davon stiegen 1.549 (25,6%) aus. Das sind Bestandskunden, die durch Login-Friction verloren gehen.

Empfehlung: Magic-Link oder SMS-Login als Alternative anbieten.

Interne Suche (Econda)

Top 20 Suchbegriffe

Suchbegriff Suchen Unique Besucher Not-Found-Rate
Teller 17.064 6.608 0,3%
Gläser 9.403 4.278 0,4%
Besteck 6.494 3.495 0,3%
Tablett 4.683 2.252 0,3%
Assiette 4.440 1.847 0,5%
Verre 4.228 1.989 0,3%
Tischdecke 3.522 1.461 2,0%
Piatti 3.318 1.292 0,8%
can I ask you a question please? 3.197 4 0,0%
Schürze 2.938 1.549 0,6%
Stuhl 2.923 1.294 0,2%
Bettwäsche 2.892 1.334 1,6%
Buffet 2.658 1.175 0,0%
Schale 2.339 779 0,2%
Vega 2.299 1.336 0,1%
Schüssel 2.207 842 0,3%
Kochjacke 2.141 916 0,4%
Pulsiva 2.137 1.177 0,0%
Tasse 2.066 852 0,0%
Tassen 2.002 877 0,2%

Analyse

Not-Found-Raten GUT

Die Not-Found-Raten sind durchgehend niedrig (<2%) — die interne Suche findet fast immer Ergebnisse. Das ist professionell.

Bot/Spam-Traffic WARNUNG

"can I ask you a question please?" mit 3.197 Suchen von nur 4 Besuchern ist eindeutig Bot-Traffic oder ein Spam-Angriff auf die interne Suche. Das sollte gefiltert werden.

Mehrsprachigkeit GUT

Suchbegriffe kommen in DE, FR und IT vor (Teller, Assiette, Piatti) — die Suche wird cross-market genutzt.

Suchbegriffe als SEO-Signal

Die Top-Suchbegriffe spiegeln die Kern-Kategorien wider (Geschirr, Gläser, Besteck, Berufsbekleidung). Diese sollten als Prioritäts-Keywords in der SEO-Strategie aufgenommen werden.

Entry Pages (Top 20)

Seite Einstiege
Home 348.291
Cart 49.284
Geschirr (Kategorie) 40.284
Outdoormöbel (Kategorie) 33.547
Vega (Brand) 29.502
Suchergebnisse 29.046
Möbel (Kategorie) 23.421
Berufsbekleidung (Kategorie) 22.985
PDP 103232/30124685 22.386
Hotelbedarf (Kategorie) 20.671

Analyse

  • Home dominiert mit 348K Einstiegen — gesund für einen E-Commerce-Shop
  • Cart als Entry Page (49K) WARNUNG: Hohe Zahl deutet auf Returning Users hin, die über gespeicherte Links oder Bookmarks direkt zum Warenkorb kommen. Kann aber auch auf Tracking-Anomalien hinweisen.
  • Suchergebnisse als Entry Page (29K) WARNUNG: Nutzer landen direkt auf der internen Suche — möglicherweise durch Google-Indexierung der Suchergebnis-Seiten (sollte verhindert werden) oder durch Remarketing-Links.

Conversion-Funnel Bewertung

Dimension Bewertung Begründung
Gesamt-Conversion-Rate GUT 2,1–4,4% je nach Segment — im B2B-Benchmark
Login-Prozess GUT Niedrige Ausstiegsraten (2,4–3,9%)
Payment-Fehler KRITISCH 21,4% Ausstieg → €600K–950K Recovery-Potenzial/Jahr (bei 40–60% Rettungsquote)
Bestellübersicht WARNUNG 8,2% Ausstieg am letzten Schritt
Interne Suche GUT Niedrige Not-Found-Rate, relevante Ergebnisse
Passwort-Recovery WARNUNG 25,6% Ausstieg — Login-Friction

Checkout-Funnel: Unique Visits pro Stufe

Kapitel 11

11. Cross-Channel-Attribution & Tracking-Qualität

Tracking-Diskrepanzen zwischen Systemen

Google Ads vs. GA4 vs. Econda/PMK

Vergleich Google Ads Conv.-Wert Vergleichswert Faktor
Google Ads vs. GA4 (9 Mo) €799.647.499 €52.592.180 (GA4) ~15x
Google Ads vs. Econda/PMK (Q1 2026) ROAS 28,4x ROAS 3,3x (Econda) ~8,6x

Befund: Google Ads reportet ~8,6x mehr Conversion-Wert als Econda/PMK tatsächlich misst. Die Ursachen sind identifiziert (siehe nächster Abschnitt). Es handelt sich nicht um ein kaputtes Conversion-Tag, sondern um Attribution und Ghost-Kampagnen.

Methodischer Hinweis: Der 8,6x-Faktor vergleicht den Google Ads Gesamt-ROAS (27 Monate, Jan 2024–Mär 2026) mit dem Econda/PMK-ROAS (3 Monate, Q1 2026). Da sich Kampagnen-Mix, Saisonalität und Spend-Verteilung über die Zeiträume unterscheiden, ist der exakte Faktor eine Annäherung. Die Richtung (massive Überhöhung) ist eindeutig — der genaue Faktor könnte bei gleichen Zeiträumen zwischen 5x und 12x liegen.

GA4 vs. Econda — Aufgelöst

Die ursprünglich festgestellte „2,3x Diskrepanz" war ein Vergleichsfehler: GA4 deckt 9 Monate ab (Apr–Dez 2025), Econda nur 3 Monate (Q1 2026). Normalisiert auf Monatswerte:

Quelle Zeitraum Sessions/Mo Revenue/Mo
GA4 Apr–Dez 2025 (9 Mo) 849.615 €5.843.576
Econda/PMK Jan–Mär 2026 (3 Mo) 1.084.121 €7.198.857

Econda zeigt pro Monat sogar mehr als GA4 — erklärbar durch Q1-2026-Wachstum. Es gibt keine fundamentale Tracking-Diskrepanz zwischen den Systemen.

Verbleibende Econda-Caveats (Q1 2026): - Erste Januar-Woche: Bug — nicht vollständiger Traffic erfasst - Last-Non-Direct-Logik: Erst am 22.01.2026 shopseitig eingeführt. Vor diesem Datum wurde Paid-Traffic teils fälschlicherweise als „Direct" erfasst. Nach Einführung stieg der Google-Ads-Anteil am Umsatz von 39% auf 49%.

Status: Econda/PMK ist als Analytics-Quelle validiert und kann als Single Source of Truth für Revenue-Attribution genutzt werden.

Google Ads Conversion-Tracking: Ursachenanalyse — Ursachen identifiziert

Die Econda/PMK-Validierung (Kapitel 2, Abschnitt „PMK-Validierung") hat die Ursachen für die ROAS-Diskrepanz aufgeklärt:

Identifizierte Hauptursachen

# Ursache Beitrag Details
1 Ghost-Kampagnen ~75% der Inflation 11 pausierte Kampagnen mit €0 Spend zeigen insgesamt ~€600M Conversion-Wert im Reporting. Wahrscheinlichster Mechanismus: View-Through-Attribution oder historische Klickfenster. Die €600M sind Fakt (im Reporting sichtbar) — der genaue Attributionspfad sollte auf Kampagnenebene im Google Ads Interface verifiziert werden.
2 Brand-Überschätzung Signifikant Brand-Kampagnen zeigen ROAS von 101x–1.170x. Nutzer die „lusini" googeln, hätten auch ohne Anzeige gekauft.
3 Attributionsmodell-Differenz ~1,8x Faktor Google Ads nutzt Data-Driven Attribution (verteilt auf alle Touchpoints), Econda nutzt Last-Non-Direct. Dieser Unterschied ist branchenüblich und kein Fehler.

Wichtig: Das Conversion-Tag selbst feuert korrekt. Das Problem liegt in der Attribution und den Ghost-Kampagnen — nicht im technischen Tracking-Setup.

Weitere mögliche Nebenfaktoren

Die folgenden Faktoren können zusätzlich beitragen, sind aber im Vergleich zu Ghost-Kampagnen und Brand-Inflation nachrangig: - Micro-Conversions mit Wert: Falls Add-to-Cart oder Produktansichten einen Conversion-Wert haben, bläht das den Revenue zusätzlich auf - Cross-Account-Duplikation: 46 Google Ads Konten — wenn alle dasselbe Conversion-Tag nutzen, könnten Conversions mehrfach gezählt werden

Impact auf Budget-Entscheidungen

Google Ads ROAS 28,4x vs. realer ROAS 3,3x bedeutet: Wer die Zahlen aus Google Ads für Budget-Entscheidungen nutzt, überschätzt die Wirkung der Werbung um Faktor ~8,6x. Konkret: - Eine Kampagne mit Google Ads ROAS 5x hat real möglicherweise nur ~0,6x — wäre also verlustbringend - Budget-Allokation basiert auf falschen Signalen - Smart Bidding (tROAS, tCPA) optimiert auf verzerrte Ziele

Lösung: (1) Ghost-Kampagnen löschen, (2) Econda/PMK als maßgebliche Revenue-Quelle für Budget-Entscheidungen etablieren, (3) Google Ads Conv.-Wert nur als internes Optimierungssignal nutzen.

Attribution: Kanäle die andere Kanäle füttern

Paid Social → Organic/Direct-Conversion

Paid Social hat nur €329K direkte Revenue bei 220K Sessions. Aber als Awareness-Kanal löst es Conversions aus, die anderen Kanälen zugerechnet werden: - Nutzer sieht Instagram-Ad → googelt "lusini" → kauft → Attribution: Paid Search oder Organic - Ohne Assisted-Conversion-Daten (nur in GA4 verfügbar, das nicht mehr aktiv ist) ist der wahre Wert von Paid Social unklar

Cross-network (Performance Max)

Cross-network (€3,4M Revenue, 12,8% des Traffics) ist ein Sammelbecken für PMax-Traffic, der nicht klar einem Kanal zugeordnet werden kann. Das verschleiert die wahre Kanalleistung.

"Unassigned" — 5,3% des Traffics

407.878 Sessions (5,3%) sind "Unassigned" — sie konnten keinem Kanal zugeordnet werden. Das sind vermutlich: - Tracking-Lücken (fehlende UTM-Parameter) - Consent-bedingte Datenverluste - Redirect-Chains die Referrer-Information verlieren

"(not set)" Landing Pages — 453K Sessions

453.120 Sessions haben keine identifizierbare Landing Page. Bei €22.738 Revenue (€0,05/Session) sind das überwiegend Bounce-Sessions oder Tracking-Fehler. Das betrifft 6% des gesamten Traffics.

Referral-Verzerrung durch interne Systeme

"Referral"-Quelle Sessions Revenue Tatsächlich
CRM (Dynamics) 5.053 €828.348 Interne Vertriebsbestellungen
Teams (Office CDN) 6.396 €87.824 Interne Links
Nunami 15.844 €389.364 On-Site-Personalisierung
Summe intern 27.293 €1.305.536
Referral (gesamt) 73.782 €590.117

37% der "Referral"-Sessions sind kein externer Traffic. Das verzerrt: - Den Referral-Kanal nach oben - Den Direct-Kanal nach unten - Die Gesamt-Revenue-Attribution

Empfehlungen

ID Maßnahme Priorität Aufwand Status
ATT-R01 Ghost-Kampagnen löschen — 11 pausierte Kampagnen mit ~€600M Phantom-Conversion-Wert entfernen KRITISCH Gering Offen
ATT-R02 Econda/PMK als Single Source of Truth etablieren — Budget-Entscheidungen auf Econda-basiertem ROAS (3,3x) statt Google Ads ROAS (28,4x) treffen KRITISCH Gering Offen
ATT-R03 GA4 vs. Econda Diskrepanz klärenErledigt: Vergleichsfehler (9 Mo vs. 3 Mo), pro Monat eng beieinander ✅ Gelöst
ATT-R04 Referral-Exclusion-Liste einrichten — CRM, Nunami, Teams als interne Quellen Hoch Gering Offen
ATT-R05 UTM-Lücken schließen — "Unassigned" von 5,3% auf <2% reduzieren Mittel Gering Offen
ATT-R06 Micro-Conversions prüfen — Sicherstellen, dass nur echte Käufe als Primary Conversion in Smart Bidding zählen (Nebenfaktor, nachrangig zu Ghost-Kampagnen) Mittel Gering Offen

Attribution-Bewertung

Dimension Bewertung Begründung
Conversion Tracking KRITISCH Google Ads ROAS ~8,6x überhöht vs. Econda/PMK. Ursachen identifiziert: Ghost-Kampagnen (75%), Brand-Inflation, Attributionsmodell. Econda/PMK als Single Source of Truth empfohlen.
GA4 vs. Econda Konsistenz GUT Ursprüngliche 2,3x-Diskrepanz war Vergleichsfehler (9 Mo vs. 3 Mo). Pro Monat eng beieinander — kein Tracking-Problem.
Channel-Attribution WARNUNG 5,3% Unassigned, Referral durch Interne verzerrt
Data Hygiene WARNUNG Interne Systeme als externe Quellen attribuiert
Kapitel 12

12. Wettbewerbslandschaft & Marktpositionierung

Datengrundlage

Dieses Kapitel basiert auf: - GSC-Keyword-Daten (10 Märkte, je 5.000 Top-Queries) — transaktionale Keywords, Positionen, CTRs - Google Ads Kampagnendaten — Brand-Defense und Wettbewerber-Kampagnen - Web-Recherche (April 2026) — Wettbewerber-Websites, Bewertungsportale, Branchenberichte

Limitation: Ohne Sistrix/SEMrush fehlen die Sichtbarkeitsindizes und Rankings der Wettbewerber. Die Analyse zeigt Lusinis Position, nicht die der Konkurrenz.


Marktüberblick: B2B-Gastronomiebedarf Europa

Marktstruktur

Der europäische B2B-Markt für Gastronomiebedarf (Non-Food) ist fragmentiert. Die größten Anbieter:

Anbieter Umsatz (geschätzt) Artikel Mitarbeiter Märkte Modell
GGM Gastro >€500M p.a. ~80.000 (25.000 lagernd) ~1.000 137 Länder, 21 Showrooms Online + Showrooms
Metro Markets Teil des €30Mrd Metro-Konzerns >600.000 (inkl. Marktplatz) DE, FR, IT, NL, PT Marktplatz + C&C
Lusini Group ~€150M p.a. ~100.000 (50.000 Eigenmarke) ~650 17+ Länder Online + Marktplatz
GastroHero nicht veröffentlicht ~11.000 DE (primär) Online
Amazon Business nicht separierbar Millionen EU-weit Marktplatz

Kernbefund: GGM Gastro ist mit >€500M Umsatz der Marktführer — mehr als 3x Lusinis Umsatz. Metro hat als Plattform die größte Artikelzahl. Lusini ist die Nr. 1 im europäischen B2B-Versandhandel für Gastronomie/Hotellerie (Eigenmarken-Fokus), aber im Gesamtmarkt deutlich kleiner als GGM und Metro.

Trends

  1. Marktplatz-Shift: Sowohl Metro (seit 2019) als auch Lusini (seit 2022) bauen eigene Marktplätze — das Endspiel ist Plattform-Dominanz
  2. Eigenmarke vs. Markenvielfalt: GGM setzt auf Drittmarken (Liebherr, Electrolux, Zwilling), Lusini auf Eigenmarken (Vega, Pulsiva, Erwin M., Jobeline)
  3. Showroom-Strategie: GGM investiert massiv in physische Showrooms (21 in 14 Ländern, London 2025) — Lusini hat keine

Wettbewerber-Profile

1. GGM Gastro — Marktführer [HOHE RELEVANZ]

Dimension GGM Gastro Lusini
Umsatz >€500M ~€150M
Artikelzahl ~80.000 ~100.000 (inkl. Marktplatz)
Eigenmarken Wenige 5 starke Marken
Showrooms 21 in 14 Ländern Keine
Lagerkapazität 220.000 m² Nicht veröffentlicht
Trust-Signale TÜV "Sehr gut", Best-Price-Garantie Trusted Shops 4,71/5 (50.377 Bewertungen)
Sprachen 23 17+
Auszeichnungen FT 1000 Europe 2026, B2B-Award Preis/Leistung

Wettbewerbsvorteil GGM: Größe, Preis-Garantie, physische Präsenz durch Showrooms, Drittmarken-Portfolio Wettbewerbsvorteil Lusini: Stärkere Eigenmarken, Trusted Shops mit 50K+ Bewertungen, spezialisierter B2B-Fokus (Hotel + Gastro + Bekleidung)

2. Metro Markets — Plattform-Riese [HOHE RELEVANZ]

  • 600.000+ Artikel über 70+ Partner-Lieferanten auf dem Marktplatz
  • Marktplatz-Expansion: DE (2019), PT (2022), IT (2022), NL (2023), FR (2023)
  • Offline-Vorteil: 678 C&C-Großmärkte als Abholstationen und Touch-Points
  • Positionierung: "Größte B2B-Plattform für HoReCa in Europa" — direkter Angriff auf Lusinis Terrain
  • SEO-Vorteil: metro.de hat enorme Domain Authority durch jahrzehntelange Offline-Marke

Risiko für Lusini: Metro kombiniert Offline-Bekanntheit mit Online-Marktplatz. In Frankreich, Italien und den Niederlanden ist Metro/Makro bereits die bekanntere B2B-Marke.

3. GastroHero — Preisaggressor [MITTLERE RELEVANZ]

  • ~11.000 Artikel, fokussiert auf Küchenausstattung und Kühltechnik (nicht Tableware/Textilien)
  • Tiefpreisgarantie + versandkostenfrei ab €350
  • Bewertungen: 1.930 auf Trustpilot — aber gemischte Qualität (Lieferverzögerungen, Schadensabwicklung)
  • "Top Shop 2025"-Siegel
  • Preisbeispiele: Lagerkühlschrank €549 (statt €1.055), Aufschnittmaschine €214 (statt €293) — aggressive Streichpreise

Overlap mit Lusini: Primär bei Küchenausstattung und Edelstahlmöbeln. Kein Overlap bei Tableware, Textilien, Berufsbekleidung.

4. Amazon Business — Komfort-Wettbewerber [HOHE RELEVANZ]

  • Dedizierte Gastro-Landingpage (business.amazon.de/gastronomiebedarf)
  • Vorteile: Kauf auf Rechnung (30 Tage), Mengenrabatte, nächster-Tag-Lieferung, bestehende Business-Accounts
  • Schwäche: Keine Beratung, keine Spezialisierung, keine kuratierte Auswahl
  • Risiko für Lusini: Amazon ist bereits der Default-Einkaufskanal für viele B2B-Kunden — insbesondere für Standardware und Verbrauchsmaterial

GSC-Signal: Nur 8 Suchanfragen mit "amazon" in Lusinis GSC-Daten — die Suchreisen sind getrennt. Nutzer die Amazon suchen, landen nicht bei Lusini.


SEO-Wettbewerbsposition: Analyse aus GSC-Daten

Transaktionale Keywords nach Markt

Lusinis organische Sichtbarkeit für kaufnahe B2B-Keywords aus den GSC-Daten (je 5.000 Top-Queries pro Markt):

Markt Kategorie Keywords Clicks Impressionen CTR Ø Position Bewertung
DE Gastrobedarf 482 7.793 460.536 1,7% 8,5 WARNUNG
DE Geschirr 479 10.962 670.696 1,6% 10,5 KRITISCH
DE Möbel 185 3.887 278.786 1,4% 9,2 KRITISCH
DE Textilien 272 4.067 379.801 1,1% 9,8 KRITISCH
DE Besteck 218 3.537 296.737 1,2% 8,3 WARNUNG
DE Gläser 212 2.670 340.294 0,8% 13,5 KRITISCH
DE Hotelbedarf 59 2.468 97.062 2,5% 6,2 GUT
FR Vaisselle 650 7.678 486.808 1,6% 10,9 KRITISCH
FR Mobilier 467 4.260 429.046 1,0% 10,0 KRITISCH
IT Padelle/Pentole 714 23.021 506.660 4,5% 6,3 GUT
IT Piatti/Posate 656 12.884 920.520 1,4% 7,5 WARNUNG
SE Porslin/Bestick 913 6.424 827.023 0,8% 10,2 KRITISCH
NL Horeca 621 3.168 355.687 0,9% 10,7 KRITISCH
NL Servies/Bestek 474 2.858 297.784 1,0% 14,7 KRITISCH
AT Gastrobedarf 363 1.285 52.507 2,4% 5,7 GUT
ES Gastro/Hostelería 472 2.325 124.963 1,9% 7,5 WARNUNG

Kernbefund: Lusini steht für transaktionale Keywords in den meisten Märkten auf Seite 2 (Position 8–15). Nur in Österreich (Pos. 5,7), Italien-Pfannen (Pos. 6,3) und DE-Hotelbedarf (Pos. 6,2) ist die Sichtbarkeit kompetitiv. In den umsatzstarken Kategorien Geschirr, Gläser und Möbel ist Lusini in DE auf Position 10+ — das bedeutet: kein relevanter organischer Traffic.

Kritische Keyword-Gaps

Die größten verpassten Suchvolumina (Impressionen >50.000, Position >5, nicht-gebrandete Keywords):

Keyword Impressionen Clicks CTR Position Problem
vega (Eigenmarke!) 464.148 5.412 1,2% 7,2 Markenname kollidiert mit generischem Begriff
martini 435.435 1.884 0,4% 8,0 Cocktailglas-Traffic, konkurriert mit Getränkemarke
moscow mule 324.612 1.359 0,4% 8,8 Rezept-Intent, nicht Kauf-Intent
buffet 279.287 161 0,1% 11,4 Hochrelevant für B2B — aber Pos. 11
ramen 255.242 803 0,3% 9,6 Rezept-Intent dominiert
horeca 120.804 205 0,2% 8,7 DAS Industrie-Keyword — Pos. 8,7 ist schlecht
assiette (FR) 120.284 377 0,3% 11,8 Kernprodukt, Seite 2
tallrikar (SE) 96.760 503 0,5% 10,9 Kernprodukt, Seite 2

Fazit: Lusini hat massive organische Sichtbarkeitsprobleme bei genau den Keywords, die Kaufabsicht signalisieren. "Horeca" mit 120K Impressionen und Position 8,7 ist symptomatisch — das Kern-Industrie-Keyword wird nicht bedient.


Markenwahrnehmung im Vergleich

Trust-Signale

Anbieter Plattform Bewertungen Ø Rating Tendenz
Lusini Trusted Shops DE 50.377 4,71/5 Stabil positiv
Lusini Trusted Shops CH 229 4,73/5 Stabil positiv
Lusini Trustpilot 179 Gemischt Einzelne Negativberichte
GastroHero Trustpilot 1.930 Gemischt Lieferprobleme, Schadensabwicklung
GGM Gastro TÜV Saarland Zertifiziert "Sehr gut"

Lusinis Stärke: 50.377 Trusted Shops Bewertungen mit 4,71/5 — das ist ein enormer Trust-Vorteil. Allerdings sind diese Bewertungen nicht als Rich Snippets in den SERPs sichtbar (nur 203 Clicks auf "Review Snippets" in GSC).

Eigenmarken-Suchvolumen (GSC)

Lusinis Eigenmarken generieren signifikantes Suchvolumen — ein Indikator für Markenstärke:

Marke Impressionen Clicks Position Bedeutung
Lusini (alle Schreibweisen) ~700.000 ~80.000 1,0–1,2 Starke Brand-Nachfrage
Vega (gastro-bezogen) ~100.000 ~12.000 1,3–2,5 Etablierte Eigenmarke
Pulsiva 44.423 5.542 1,5 Wachsende Bekanntheit
Jobeline 13.037 1.559 3,3 Nischen-Bekanntheit
Erwin Müller (Hotel) 33.790 1.139 2,6–12,9 Legacy-Brand, generischer Name problematisch
Bonna (Drittmarke) 164.926 6.665 5,6–7,1 Starke Drittmarke, Lusini rankt mäßig

Bemerkenswert: Bonna Porcelain (Drittmarke) generiert 164.926 Impressionen für Lusini — aber nur Position 5,6–7,1. Hier verliert Lusini Traffic an Bonna-Direktvertrieb oder andere Reseller.


Wettbewerber-Kampagnen in Google Ads

Lusini betreibt Brand-Defense-Kampagnen in allen Märkten und für alle Eigenmarken:

Markt Brand-Kampagnen Wettbewerber-Kampagnen Bemerkung
DE Lusini, Vega, Pulsiva (Exact + Broad) sea-non-brand_de_wettbewerber-kassensysteme Minimale Wettbewerber-Bietung
FR Lusini, Vega, Pulsiva (mehrere Strategietests) Intensivstes Brand-Bidding (7+ Kampagnen)
SE Lusini, Vega, Jobeline, Erwin M. Alle 4 Marken geschützt
IT Lusini, Vega Brand-Tests aktiv
HR sea-non-brand-competition_hr Aktive Wettbewerber-Bietung in Kroatien
IE sea-non-brand_ie_competitor-phrase Competitor-Targeting in Irland
DK Lusini, Vega (Exact + Broad) Starkes Brand-Bidding
NO Lusini, Vega Brand-Tests (Conv.-Wert max vs. tImpr.Share)

Befund: Lusini betreibt defensive Brand-Kampagnen in fast allen Märkten, aber kaum offensive Wettbewerber-Kampagnen. Nur in Kroatien, Irland und minimal in DE wird auf Wettbewerber-Keywords geboten. Es gibt keine Kampagnen, die auf Metro, GGM Gastro oder Amazon Business Keywords abzielen.


Markt-für-Markt Competitive Dynamics

DACH (DE, AT, CH)

  • Hauptkonkurrenz: GGM Gastro (Marktführer), Metro, Amazon Business
  • Lusini-Position: Starke Paid-Präsenz, schwache SEO-Sichtbarkeit (Pos. 8,5–10,5 für transaktionale KWs)
  • AT ist Lusinis stärkster SEO-Markt: Ø Position 5,7 für Gastrobedarf, CTR 2,4%
  • DE-Geschirr (größte Kategorie): Position 10,5 — Seite 2, faktisch unsichtbar organisch
  • Trust-Vorteil: 50K Trusted Shops Bewertungen — stärker als GastroHero oder GGM

Frankreich

  • Zweitgrößter Markt (€6,7M GA4-Revenue)
  • SEO-Problem: Vaisselle (Geschirr) auf Position 10,9, Mobilier auf 10,0 — beides Seite 2
  • Wettbewerb: Metro/Makro (stärkste Offline-Marke), Amazon Business
  • Intensivstes Brand-Bidding: 7+ verschiedene Vega-Brand-Kampagnen mit verschiedenen Strategien

Italien

  • Überraschend starke SEO-Position für Pfannen/Pentole: Position 6,3, CTR 4,5%
  • Content-Strategie mit "padelle antiaderenti non tossiche" (giftfreie Pfannen) funktioniert: 23.021 Clicks
  • Schwäche: Geringe Monetarisierung (€4,24 Rev/Session) trotz gutem Traffic
  • Wettbewerb: Metro Italia, Amazon.it, lokale Anbieter

Nordics (SE, NO, DK)

  • €15,4M Ads-Spend — überproportional zum Revenue
  • SEO-Position schwach: SE Porslin/Bestick auf Position 10,2 — kein organischer Hebel
  • Wenig lokale Online-Wettbewerber im B2B-Gastro-Segment → Lusini kauft sich Marktanteile
  • Risiko: Wenn GGM Gastro (bereits in 23 Sprachen) oder Metro die Nordics angreifen, hat Lusini keine organische Fallback-Position

Niederlande

  • Schwächster SEO-Markt: "Horeca" Pos. 10,7, "Servies" Pos. 14,7 — tiefe Seite 2
  • Bestek (Besteck) auf Position 26,6 — faktisch unsichtbar
  • Wettbewerb: Metro NL (Marktplatz seit 2023), Amazon Business, lokale Horeca-Händler

Südeuropa (ES, PT)

  • ES: Moderate SEO-Sichtbarkeit (Pos. 7,5), aber kleiner Markt
  • PT: Google Ads ROAS 2,5x — wahrscheinlich unprofitabel, kaum organische Präsenz

SWOT-Analyse: Lusini vs. Wettbewerb

Stärken

  1. 50.377 Trusted Shops Bewertungen (4,71/5) — stärkste Trust-Basis aller Pure-Play-Anbieter
  2. 5 starke Eigenmarken mit messbarem Suchvolumen (~900K Impressionen)
  3. 17+ Märkte — breiteste europäische Abdeckung unter B2B-Gastro-Pure-Players
  4. Hohe Bestandskunden-Loyalität: Returning Visitors 3,5x höhere Rev/Session
  5. Professionelle Ads-Infrastruktur: CSS/GSE Dual-Setup, strukturierte Kampagnen

Schwächen

  1. SEO-Sichtbarkeit Position 8–15 für transaktionale Keywords — kein relevanter organischer Traffic
  2. Content-Strategie off-topic: Dubai-Schokolade, Dirndl-Schleifen statt B2B-Buying-Content
  3. 64% Paid-Abhängigkeit — höchste unter allen Wettbewerbern
  4. Keine physische Präsenz — kein Showroom, kein C&C (vs. GGM: 21 Showrooms, Metro: 678 Märkte)
  5. Review Snippets nicht aktiviert — 50K Bewertungen, aber nicht in SERPs sichtbar

Chancen

  1. Marktplatz-Ausbau: Von 100K auf 200K+ Artikel — Plattform-Effekt nutzen
  2. SEO-Offensive: Position 8→3 für Top-50-Keywords würde organischen Traffic verdoppeln
  3. Eigenmarken-Vorteil: GGM hat keine vergleichbaren Eigenmarken — Marge und Lock-in
  4. KI-Suche/AI SEO: Früh in AI-Zitierbarkeit investieren (Kapitel wird wichtiger)

Bedrohungen

  1. GGM Gastro wächst schneller: FT 1000 Europe 2026, expandiert in UK mit Showrooms
  2. Metro Marktplatz nimmt Fahrt auf — Offline-Brand + Online-Plattform ist schwer zu schlagen
  3. Amazon Business wird für B2B-Standard-Bestellungen zum Default
  4. Nordics-Abhängigkeit: €15,4M Spend ohne SEO-Fallback — ein CPC-Anstieg oder neuer Wettbewerber bedroht den zweitgrößten Markt

Empfehlungen

ID Maßnahme Priorität Aufwand Impact
COMP-R01 Keyword-Gap-Analyse mit Sistrix/SEMrush: Systematisch identifizieren, wo GGM/Metro für transaktionale Keywords ranken und Lusini nicht. Fokus: Top 100 kaufnahe Keywords in DE, FR, IT Hoch Mittel Grundlage für SEO-Strategie
COMP-R02 Review Snippets aktivieren: 50K Trusted Shops Bewertungen als Structured Data in die SERPs bringen. Sofortige CTR-Verbesserung ohne Ranking-Änderung Hoch Gering +20–40% CTR auf bestehende Rankings
COMP-R03 "Horeca"-Content-Hub bauen: Das Kern-Industrie-Keyword (120K Impressionen, Pos. 8,7) mit einer dedizierten Landingpage + Ratgeber-Content angreifen Hoch Mittel Symbolischer und praktischer SEO-Gewinn
COMP-R04 GGM Gastro als Benchmark tracken: Auction Insights, Sichtbarkeitsindex, Showroom-Expansion beobachten — GGM ist der Hauptwettbewerber, nicht Metro Hoch Gering Strategische Klarheit
COMP-R05 Offensive Wettbewerber-Kampagnen testen: Auf "gastro-hero", "ggm gastro", "metro gastro" Keywords bieten — aktuell wird nur defensiv gespielt Mittel Gering Direkte Kundengewinnung
COMP-R06 Bonna-Marken-Traffic sichern: 165K Impressionen, Pos. 5,6 — dedizierte Bonna-Landingpage mit Review Snippets könnte Position 1–3 sichern Mittel Gering ~3.000 zusätzliche Clicks/Quartal
COMP-R07 Nordics-SEO aufbauen: €15,4M Ads-Spend ohne organische Fallback-Position. Mindestens für Top-30 schwedische Gastro-Keywords Content erstellen Hoch Mittel Risikominimierung
COMP-R08 Amazon Business Monitoring: Prüfen ob Lusini-Eigenmarken auf Amazon gelistet werden (Grauimporte, Reseller) und Preispositionierung beobachten Mittel Gering Kanal-Schutz
Kapitel 13

13. Empfehlungen & Roadmap

Quick Wins (0–30 Tage)

ID Maßnahme Kanal Impact Aufwand
QW-01 Ghost-Kampagnen löschen und Econda/PMK als Reporting-Basis etablieren — 11 pausierte Kampagnen zeigen ~€600M Phantom-Conversion-Wert (~75% der ROAS-Inflation, genauer Mechanismus zu verifizieren). Realer ROAS liegt bei ca. 3,3x (Econda/PMK, Q1 2026), nicht 28,4x (Google Ads). Google Ads Conv.-Wert nur als internes Optimierungssignal nutzen. SEA Grundlage für alle Budget-Entscheidungen Gering
QW-02 Payment-Fehler-Flow optimieren — Bessere Fehlermeldungen, alternative Zahlungsmethode anbieten, Retry-Mechanismus. Brutto-Potenzial €1,56M/Jahr, realistisch bei 40–60% Recovery-Rate On-Site €600K–950K Revenue-Recovery/Jahr Gering
QW-03 Brand-Bid-Reduktion — ~€2M/Jahr Brand-Spend (Search + Shopping/PMax) bei organischer Position 1,0. Bids senken, A/B-Test in einem Markt. Wettbewerber bieten auf Lusini-Keywords — komplettes Abschalten nicht möglich SEA €400K–800K Einsparpotenzial (per A/B-Test validieren) Gering
QW-04 Brand-Exclusion in PMax — €298K Brand-Spend fließt über Shopping/PMax (teurer als dedizierte Brand-Search) SEA Niedrigerer PMax-Spend bei gleichem Revenue Gering
QW-05 CPC-Caps für Nordics Shopping — CPCs 8,1x über DACH-Niveau (€6,38 vs. €0,79), Einzelklicks bis €2.179 SEA Sofortige Spend-Reduktion bei stabilem Traffic Gering
QW-06 Display in AT, SE, HR, IT pausieren — ROAS 0,0–0,4x, verbrennt €58K SEA Sofortige Spend-Einsparung Minimal
QW-07 Portugal Non-Brand pausieren — Keyword-Audit zeigt ROAS 0,99x (Break-Even). Gesamt-PT-ROAS von 2,5x wird durch Brand-Keywords geschönt. SEA €15K Spend sofort einsparen Gering
QW-08 Keyword-Waste sofort stoppen — „vega sonnenschirm" pausieren (-€8.685 Verlust), Spanien Non-Brand eingrenzen (CPA €118), Frankreich Non-Brand prüfen (CPA €99) SEA ~€50K/Jahr Waste-Reduktion Gering
QW-09 Review Snippets ausbauen — Structured Data für 50K Trusted-Shops-Bewertungen auf Produktseiten SEO +15–25% CTR auf Organic Listings Gering
QW-10 Referral-Exclusion-Liste — CRM (Dynamics), Nunami, Teams als interne Quellen markieren Tracking Saubere Channel-Attribution Gering
QW-11 Magic Link / passwordless Login — Alternative zum Passwort-Reset On-Site ~25% weniger Ausstieg bei Recovery Gering
QW-12 Bot-Traffic in interner Suche filtern — Spam-Queries blockieren On-Site Sauberere Daten Minimal

Mittelfristig (1–3 Monate)

ID Maßnahme Kanal Impact Aufwand
MF-01 PMax-Segmentierung — Von Catch-All zu Produktkategorie-/Margin-basierter Kampagnenstruktur SEA +15–25% ROAS Hoch
MF-02 Non-Branded SEO-Strategie — Kategorie-Seiten für transaktionale Keywords optimieren (Geschirr Gastronomie, Berufsbekleidung Koch, etc.) SEO Erste Rankings in 2–3 Monaten Hoch
MF-03 Mobile Checkout-Optimierung — Desktop hat 4,7x höhere Rev/Session. UX-Audit und A/B-Tests für Mobile Checkout On-Site Bei 10% Verbesserung: +€1,1M/Jahr Hoch
MF-04 Bestellübersicht optimieren — 8,2% Ausstieg am letzten Schritt reduzieren (Versandkosten-Transparenz, Trust-Elemente) On-Site ~€450K Revenue-Recovery Mittel
MF-05 ESP-Integration — E-Mail-Daten in Audit einbeziehen, Automation-Flows erweitern (Browse Abandonment, Reorder) Email +20–30% E-Mail-Revenue Mittel
MF-06 Paid Search Keyword-Audit umsetzen — Audit durchgeführt (siehe Kap. 4): Broad Match 46,5% des Spends bei nur 5,13x ROAS, ~€76.600 identifizierter Waste. Jetzt: Broad Match schrittweise zu Exact migrieren, Long-Tail-Keywords skalieren (bis 62,5x ROAS), Non-Brand Phrase Match bereinigen (1,3% Conv. Rate) SEA +15–25% Effizienz, ~€50K/Jahr Waste-Reduktion Mittel
MF-07 Desktop/Mobile Ranking-Gap untersuchen — Desktop Ø Position 21,9 vs. Mobile 11,3 (Gap von 10,6 Positionen). Core Web Vitals, Canonical-Setup und Rendering auf Desktop prüfen. Deutet auf technisches Problem hin SEO Potenziell +50% Desktop Organic Traffic Mittel
MF-08 GSC-Zugriff für alle Märkte einrichten — Aktuell nur Domain-Property, keine marktspezifische Analyse möglich SEO Bessere Datengrundlage Gering
MF-09 Microsoft/Bing Ads auditieren — Bing CPC bringt €3,5M Revenue bei €23,64/Session (besser als Google!). Skalierungspotenzial prüfen SEA Potenziell €1M+ zusätzliches Revenue Mittel
MF-10 Content-Strategie überarbeiten — Magazin-Seiten (56K Sessions, €2.471 Revenue) sind reine Traffic-Sinks. Entweder Produkt-Integration oder Off-Topic bereinigen SEO/Content Ressourcen auf ROI-bringenden Content fokussieren Mittel

Strategisch (3–12 Monate)

ID Maßnahme Kanal Impact Aufwand
ST-01 Content-Hub aufbauen — Buying Guides, Vergleiche, Ratgeber für Non-Branded SEO. Ziel: Organic-Anteil von 15% auf 25% SEO +100% Organic Traffic Sehr Hoch
ST-02 Multi-Market SEO-Programm — Schwache Märkte (NL CTR 0,74%, ES, SE) gezielt aufbauen SEO +20–30% internationale Organic Revenue Hoch
ST-03 Affiliate-Programm skalieren — Von 0,9% auf 3–5% Channel-Anteil. B2B-Partner rekrutieren Affiliate €3–5M zusätzliches Revenue-Potenzial Hoch
ST-04 Paid-to-Organic-Shift-Strategie — Keywords identifizieren wo sowohl Paid als auch Organic ranken, Paid zurückfahren wo Organic Position 1–3 SEA/SEO Budget-Einsparung bei gleichem Traffic Mittel
ST-05 Cross-Channel Attribution — Sauberes Measurement Framework aufbauen (Econda + Ads Daten unified) Übergreifend Bessere Budget-Allokation Hoch
ST-06 Social Commerce — Organic Social Wachstum (+780%) in Revenue umwandeln, Product Tags, Shop-Integration Social Neuer Revenue-Stream Mittel
ST-07 Shopping Feed Audit — Bei €22M+ Shopping-Spend: Titel, Bilder, GTINs, Merchant Center Disapprovals prüfen. Feed-Optimierung ist einer der größten Hebel für Shopping/PMax SEA +10–20% Shopping-Effizienz Hoch
ST-08 Server-Side-Tracking evaluieren — 32% anonymisierte Besucher deuten auf Consent-Verluste hin. Server-Side-GTM kann Datenqualität signifikant verbessern Tracking Vollständigere Attribution Hoch
ST-09 Core Web Vitals Audit — Technische Performance messen (LCP, FID, CLS) für Desktop und Mobile. Relevant für SEO-Rankings und Mobile-Desktop-Gap SEO/On-Site Ranking-Verbesserung + bessere Mobile UX Mittel

Priorisierungsmatrix

                    HOCH
                     │
         QW-01 ●     │     ● ST-01
         QW-02 ●     │     ● MF-01
   I     MF-06 ●     │     ● MF-03
   M              ●  │  ●
   P     QW-03 ●  MF-02  ● ST-03
   A              ●  │
   C     QW-04 ●     │     ● ST-05
   T     QW-05 ●     │
                     │     ● ST-06
                     │
                   NIEDRIG
         ─────────────────────────
         GERING    AUFWAND    HOCH

KPI-Zielwerte

KPI Aktuell Ziel Veränderung Zeithorizont
Organic Channel-Anteil 15,1% 18% +19% 12 Monate
Organic Ø Position (Mobile) 11,3 8,0 -3,3 Pos. 12–18 Monate
Organic Channel-Anteil 18% 25% +39% 24–36 Monate
Paid Search Rev/Session €11,07 €13,00 +17% 12 Monate
Mobile Rev/Session €2,92 €4,00 +37% 12 Monate
Checkout Completion (Bestellübersicht) 91,8% 95% +3,5pp 6 Monate
Payment-Fehler-Ausstieg 21,4% 10% -53% 6 Monate
E-Mail Channel-Anteil 4,6% 6% +30% 12 Monate
Affiliate Channel-Anteil 0,9% 2% +122% 12 Monate
Affiliate Channel-Anteil 2% 3–5% +50–150% 24 Monate
Revenue/Session (Gesamt) €6,88 €8,00 +16% 12 Monate

Hinweis zu den Zeithorizonten: SEO-Verbesserungen (Position, Channel-Anteil) zeigen erste Effekte nach 3–6 Monaten, signifikante Verschiebungen erfordern 12–24 Monate kontinuierlicher Arbeit. Die CTR verbessert sich automatisch mit besseren Positionen — ein separates CTR-Ziel ist daher nicht sinnvoll. Affiliate-Aufbau ohne bestehendes Partnernetzwerk braucht ebenfalls 12+ Monate Vorlauf. Conversion-Optimierung (Payment, Checkout) kann dagegen schnell umgesetzt werden (3–6 Monate).